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Frauen und Männer erleben Rheumaschmerzen ganz anders und werden vom Arzt auch anders behandelt (Foto: TK)
Frauen und Männer erleben Rheumaschmerzen ganz anders und werden vom Arzt auch anders behandelt (Foto: TK)
Rheumatoide Arthritis: Frauen erkranken häufiger

Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigen sich in der Medizin um so mehr, je genauer man forscht. So ist das beispielsweise auch bei Rheuma. Entzündliche Gelenkerkrankungen (rheumatoide Arthritis - RA) bekommen Frauen erkranken etwa ein Jahrzehnt früher als Männer. Sie empfinden Schmerzenan den Gelenken, die meist an Fingern und Zehen beginnen,  stärker. Deshalb sind sie auch vermehrt bedroht, erwerbsunfähig zu werden. Und:  Frauen gehen deutlich später den Facharzt und bekommen bestimmte Therapien vom Arzt seltener verordnet als Männer.
 
Professor Dr. med. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga (DGRh), weiß, dass die RA deutlich mehr Frauen als Männer trifft. Frauen haben ein 3-fach erhöhtes Risiko, eine RA zu entwickeln, als Männer, sagt Gromnica-Ihle. Am häufigsten erkranken Frauen zwischen dem 55. und dem 64. Lebensjahr, die meisten Männer erst zehn Jahre später. Erst in späteren Lebensjahren nimmt der größere Frauenanteil sukzessive ab.
 
Frauen mit RA klagen häufiger darüber, starke Schmerzen zu empfinden, als männlichen Patienten. Bei RA-Patientinnen rangiert der Anteil mit massiven Gelenkschmerzen zwischen 15 und 25 Prozent, bei Männern sind es 9 bis 21 Prozent. „Dieser Unterschied wird ab dem 60. Lebensjahr besonders deutlich“, so Gromnica-Ihle. Auch die Begleiterkrankungen seien bei RA-Frauen andere als bei Männern. Frauen leiden eher an Osteoporose und Depressionen, während bei Männern Herz-Krankheiten oder Diabetes Typ 2 vermehrt auftreten.
 
Dass diese Unterschiede auf biologische Faktoren zurück zu führen sind, will Gromnica-Ihle nicht glauben. In das Krankheitsgeschehen würden auch gesellschaftliche und psychologische Faktoren hinein spielen. So würden Frauen nach dem Auftreten der ersten RA-Symptome viel später einen Rheumatologen aufsuchen. Außerdem verordneten Ärzte Patientinnen deutlich seltener eine Biologika-Therapie als gleichaltrigen Patienten. Und das würde vor allem ältere Frauen treffen.
 
Die DGRh fordert nun, nicht nur die Diagnose den geschlechtsspezifischen Unterschieden anzupassen - beispielsweise Verlauf und Stärke der RA mit unterschiedlichen Messmethoden zu beurteilen. Auch in der Therapie müssten den  Besonderheiten von Frauen und Männern größere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Berliner Ärzteblatt 24.09.2012/ Quelle:  40. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

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