Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 


Das Schmerzgedächtnis spricht auch auf Worte an
Warum man am besten über Schmerzen nicht redet

„Achtung, jetzt piekst es gleich." Nicht nur Kindern, auch vielen Erwachsenen wird nach dieser Ankündigung beim Arzt ziemlich mulmig. Und sobald die Nadel der Spritze die Haut berührt, ist der stechende Schmerz auch schon deutlich zu spüren. „Nach einer solchen Erfahrung reicht es dann bei der nächsten Impfung schon aus, sich allein das Bild der Nadel ins Gedächtnis zu rufen, um unser Schmerzgedächtnis zu aktivieren", weiß Prof. Dr. Thomas Weiß von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Wie der Psychologe und sein Team in einer Studie zeigen konnten, sind es jedoch nicht nur schmerzhafte Erfahrungen und Assoziationen, die unser Schmerzgedächtnis alarmieren. „Auch verbale Reize führen in den entsprechenden Hirnarealen zu einer Aktivierung", so Weiß. Sobald wir Worte hören wie "quälend", "zermürbend" oder "plagend", werden im Gehirn genau die Regionen aktiviert, in denen wir Schmerzen verarbeiten.

Beobachtet haben das die Psychologen der Uni Jena mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT). Sie untersuchten, wie Gesunde Worte verarbeiten, die mit dem Empfinden von Schmerzen assoziiert sind. Um auszuschließen, dass die beobachteten Reaktionen allein auf einem negativen Affekt beruhen, bekamen die Studienteilnehmer neben den Schmerz-Worten auch andere negativ besetzte Worte - etwa "angsteinflößend", "widerlich" oder "eklig" - zu hören.

"Wir haben unseren Probanden dabei zwei Aufgaben gestellt", erläutert Maria Richter aus der Arbeitsgruppe. „In einem ersten Versuch ging es darum, dass sich die Versuchspersonen zu den Worten eine entsprechende schmerzhafte Situation vorstellen", erklärt die Psychologin. Bei der zweiten Aufgabe hörten die Studienteilnehmer die Worte, während sie durch eine Denkaufgabe abgelenkt wurden. „In beiden Fällen haben wir eine deutliche Aktivierung der Schmerzmatrix im Gehirn durch die schmerz-assoziierten Worte festgestellt", so Richter.

Andere negativ besetzte Worte aktivierten diese Regionen dagegen nicht. Auch bei neutralen und positiv besetzen Worten ließen sich keine vergleichbaren Aktivitätsmuster feststellen.
„Diese Befunde zeigen, dass allein schon Worte unser Schmerzgedächtnis aktivieren können", mahnt Weiß. Dass wir schmerzhafte Erfahrungen in unserem Schmerzgedächtnis speichern, sei biologisch sinnvoll, da es uns ermöglicht, schmerzenden Erlebnissen, die potenziell eine Bedrohung für Leib und Leben sind, künftig aus dem Wege zu gehen.

„Unsere Ergebnisse legen jedoch zusätzlich nahe, dass verbalen Reizen eine bisher unterschätzte Bedeutung zukommt", sagt Weiß. So stelle sich für die Psychologen nun vor allem die Frage, welche Rolle die verbale Auseinandersetzung mit Schmerzen für Patienten mit chronischen Schmerzen spielt.

„Diese Patienten sprechen sehr häufig über ihr Schmerzempfinden, etwa mit ihrem behandelnden Arzt oder dem Physiotherapeuten", sagt Richter. Möglicherweise verstärkten diese Gespräche die Aktivität der Schmerzmatrix im Gehirn und führten so zu einer Verstärkung der empfundenen Schmerzen. Deshalb könne es nichts schaden, nicht zu häufig über Schmerzen zu reden. Dann sei vielleicht auch die nächste Spritze nicht mehr so schmerzhaft.

WANC 01.04.10, Quelle: EurekAlert, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Warum verursachen NSAID (ASS, Diclofenac, Ibuprofen) manchmal Magenprobleme?

Wann sind Schmerzpflaster geeignet?

Machen Opioide (Morphin, Fentanyl etc.) abhängig?

Was ist eine Schmerz-Pumpe?

Wird das Cannabis-Präparat Dronabinol als Schmerzmittel von den Krankenkassen erstattet?

 
Seite versenden  
Seite drucken