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Der ganze Körper schmerzt, aber oft kann der Grund nicht gefunden werden
Fibromyalgie: Ursachen und Heilung unbekannt

Etwa 2% der Deutschen leidet unter Fibromyalgie, einer rätselhaften Krankheit, bei der die Muskeln weh tun. Wegen der verschwommenen Symptome wird das Leiden oft falsch diagnostiziert. Für die Betroffenen bedeutet das ein entnervendes Suchen nach dem Arzt, der ihnen helfen kann.

Fibromyalgie (dt. Muskelfaserschmerz) ist eine Diagnose, die bei chronischen Schmerzen verschiedener Muskeln gestellt wird, wenn alle in Frage kommenden oder bekannten schmerzverursachenden Krankheiten ausgeschlossen wurden. Für betroffene Patienten bedeutet dies meist eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt, von Behandlung zu Behandlung, ohne dass die Schmerzen ganz verschwinden. Eine Reihe von Begleitsymptomen, die von trockenem Mund über chronische Müdigkeit bis hin zu Depressionen und Angsterkrankungen reichen, stellen einen zusätzlichen Leidensdruck dar. Mit einem geschätzten Vorkommen von 2% in der Bevölkerung leben in Deutschland etwa 1,6 Millionen Fibromyalgie-Patienten.

Sowohl die Ursachen der Erkrankung, als auch ihre Heilung sind in der Wissenschaft noch unbekannt oder zumindest umstritten. Ein Grund hierfür könnte sein, dass Fibromyalgie im strengen medizinischen Sinn keine Diagnose ist, sondern eigentlich nur eine Beschreibung des Hauptsymptoms: Muskelschmerz. Wie aber beim Symptom Husten ebenfalls viele verschiedene Ursachen hinter den Beschwerden stehen können, so scheint es auch bei Fibromyalgie-Patienten Untergruppen zu geben, die sich in Entstehung, Verlauf und damit vermutlich auch Therapie unterscheiden.

Die Universität testet jetzt ein neuartiges Diagnosesystem. Dieses Verfahren erlaubt mittels Fragebogendaten und Speichelanalysen Aussagen über psychobiologische Veränderungen, wie etwa Dysregulationen von Transmittersystemen im Gehirn/Nervensystem oder des hormonellen Systems. Unter anderem soll der Einfluss der pränatalen und frühkindlichen Entwicklung auf das Stresshormon Cortisol bei den verschiedenen Gruppen der Fibromyalgie-Patienten untersucht werden. Extremer Stress während der Schwangerschaft, aber auch bestimmte ungünstige Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit können unter Umständen bestimmte Hormonsysteme des Körpers dauerhaft verstellen. Dies wiederum kann nach einiger Zeit andere Körpersysteme in Mitleidenschaft ziehen oder bei chronischen oder intensiven Stresserfahrungen bestimmte Krankheiten und Beschwerden begünstigen.

WANC 03.12.04

Für die Studie werden deutschlandweit 200 Patienten/innennnen mit Fibromyalgie gesucht. Interessenten können sich in der Abteilung für Psychobiologie der Universität Trier bei Dipl.-Psych. Pascal Klingmann, Johanniterufer 15, 54290 Trier (eMail: klingmann@uni-trier.de, Web:
http://www.unitrier.de/psychobiologie/Personen/pklingmann/fms.html) mit Angabe der Telefonnummer melden oder direkt unter 0651/201-3695 anrufen.
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