Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Besser informiert: Onkologie
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: dgk
Migräne und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können zusammen hängen - Migräne ist ein Risikofaktor für Herzerkrankungen (Foto: dgk)
Migräne und das Risiko für das Herz

Menschen, die unter Migräne leiden, spüren die grausame Folter des Kopfschmerzes. Doch die pulsierenden Schmerzen quälen anscheinend nicht nur den Kopf. Auch das Herz leidet darunter. Migränepatienten haben ein hohes Risiko, auch einen Herzinfarkt zu bekommen.

Der Zusammenhang zwischen Migräne und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde schon oft untersucht. Amerikanische Wissenschaftler konnten jetzt aber nachweisen, wie hoch das Risiko für Migränepatienten tatsächlich ist, einen Herzinfarkt zu erleiden. Der Studie zur Folge droht dieses Schicksal knapp über 4 Prozent der Migränepatienten.

Besonders gefährdet sind Migräniker, deren Kopfschmerzen mit einer sogenannten Aura – also einer Verzerrung des Gesichtsfeldes – einhergehen. Bei diesen erhöht sich die Gefahr eines Herzinfarktes um das Dreifache gegenüber Menschen, die keine Migräne haben. Migräne mit Aura scheint im Unterschied zur Migräne ohne Aura auch für das Auftreteten eines Schlaganfalls verantwortlich zu sein.

Insgesamt bedroht die Migräne anscheinend nicht nur das Herz-Kreislauf-System. In der Studie, in der 6.102 Migränepatienten und 5.243 Personen ohne Migräne untersucht wurden, zeigten die Migräniker im Vergleich zu der Kontrollgruppe eine erhöhtes Risiko an Diabetes (12,6% versus 9,4%), Bluthochdruck (33,1% versus 27,5%) und hohen Cholesterinwerten (32,7% versus 25,6%) zu leiden.

Warum Migräne und Herzprobleme so Hand in Hand gehen, ist den Wissenschaftlern nicht wirklich klar. Eine Erklärung sehen sie in den Blutgefäßen. Ist deren Funktion beeinträchtigt, könnte sich das auf das Herz genauso wie auf das Gehirn negativ auswirken. Vor allem aber sagen sie, dass es sich bei der Migräne um eine chronische Erkrankung handelt.

Eine andere Studie hatte gezeigt, dass bei einer Migräne mit Aura und bestimmten Genkonstellationen, das Schlaganfallrisiko und das Risiko für Herzinfarkt bei Frauen um den Faktor 2 erhöht sein kann. Dazu kommentierte Prof. Dr. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel: „Nur rund 10% der Migränepatienten leiden an einer Migräne mit Aura, der Großteil von 90% der Betroffenen weist Attacken einer Migräne ohne Aura auf. Die letztere große Gruppe zeigt in den Studien kein größeres Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall als die allgemeine Bevölkerung. Die Studienergebnisse zeigen jedoch, dass die Migräne mit Aura ein bedeutsamer Risikofaktor für die Entwicklung eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes ist. Gerade diese Patienten erfordern daher eine gezielte Aufmerksamkeit bzgl. Erkennung von Risikofaktoren und für eine effiziente Behandlung der Migräne mit Aura.“

WANC 11.02.10, Quelle:     M. E. Bigal, T. Kurth, N. Santanello, D. Buse, W. Golden, M. Robbins, and R. B. Lipton, Migraine and cardiovascular disease. A population-based study, Neurology, first published on February 10, 2010 as doi: doi:10.1212/WNL.0b013e3181d0cc8b

Wie äußern sich Spannungskopfschmerzen typischerweise?

Warum werden Kombinations-Präparate gegen Kopfschmerzen nur eingeschränkt empfohlen?

Wofür spricht ein einseitiger Kopfschmerz (nur auf einer Kopfseite)?

Wie fühlt sich der Migräne-Schmerz typischerweise an?

Migräne oder Spannungskopfschmerz? Gibt es einen Selbsttest?

 
Seite versenden  
Seite drucken