Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: DAK/Wigger
Schlafmittel können einen erholsamen Schlaf verhindern (Foto: DAK/Wigger)
Schmerzmittel können Schlaf rauben

Stress ist einer der häufigsten Faktoren, der Menschen den Schlaf raubt. Aber auch chronische Schmerzen verhindern, dass Menschen ruhen können. Jetzt haben Wissenschaftler heraus gefunden, dass einige häufig eingesetzte starke Schmerzmittel Schlafstörungen auslösen können.  

Zur Behandlung starker Schmerzen werden heute Opioide eingesetzt. Das sind natürlich vorkommende oder synthetisch hergestellte Substanzen, die im Prinzip wie die Droge Morphium wirken. Wie diese können Opioide den Atemrhythmus im Gehirn, den sogenannten Atemantrieb, dämpfen.

Mediziner sprechen von einer Atemdepression, die vor allem im Schlaf lebensgefährlich sein kann. Das Risiko, dass ein Schmerzpatient nach der Einnahme von Opioiden nicht mehr aufwacht, ist jedoch gering, wenn die Medikamente sorgfältig dosiert werden, versichert Prof. Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universität Marburg. Denn der Schmerz steigert den Atemantrieb. Er sei damit ein natürlicher Gegenspieler der Atemdepression.  

Der Experte sieht eher die Gefahr, dass die Schmerzmittel einen erholsamen Schlaf verhindern. Opioide wirken sich, wie auch eine Reihe anderer Schmerzmittel negativ auf die Schlafqualität aus, berichtet Koehler: Schon die einmalige Einnahme von Opioiden störe die Schlafarchitektur. Und da die Schlaflosigkeit den Schmerz verstärkt, drohe ein Teufelskreis, bei dem eine steigende Dosis an Schmerzmitteln die Schlaflosigkeit und dadurch den Schmerz weiter verschlimmere. Die Dosierung von Opioid-haltigen Schmerzmitteln muss deshalb spätestens nach sechs Wochen überprüft werden, fordert der Schlafforscher.  

Benötigen die Patienten langfristig Opioide, kommt es nach den Erfahrungen des Experten bei fast jedem dritten Patienten zu schlafbezogenen Atmungsstörungen. Sie seien möglicherweise eine Ursache für die von vielen Patienten beklagte vermehrte Tagesschläfrigkeit.

Gefährdet sind vor allem Menschen, die aufgrund von Lungenkrankheiten oder einem Schlafapnoe-Syndrom ohnehin schlecht schlafen. In der Maskenbeatmung des Schlafapnoe-Syndrom sieht Koehler eine Möglichkeit den Schlaf der Schmerzpatienten zu verbessern und dadurch letztlich auch die Schmerztherapie zu unterstützen.

WANC 15.06.10, Quelle: U. Koehler et al.: Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Opioid-Langzeittherapie. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2010; 135 (22): S. 1125-1128

Warum verursachen NSAID (ASS, Diclofenac, Ibuprofen) manchmal Magenprobleme?

Wann sind Schmerzpflaster geeignet?

Machen Opioide (Morphin, Fentanyl etc.) abhängig?

Was ist eine Schmerz-Pumpe?

Wird das Cannabis-Präparat Dronabinol als Schmerzmittel von den Krankenkassen erstattet?

 
Seite versenden  
Seite drucken