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Neue Medikamente entwickeln, die nur den Schmerzrezeptor im Rückenmark blockieren (Foto: DAK/Wigger)
Den Schmerz direkt bekämpfen

Schmerzen wirksam zu lindern, das fällt nicht ganz einfach. Denn der Wirkmechanismus der meisten bisherigen Medikamente hemmt zwar die Botenstoffe für die Übermittlung des Schmerzes. Doch damit auch andere wichtige Funktionen, was beispielsweise zu Magengeschwüren oder Herzinfarkten führen kann. Jetzt haben Wissenschaftler die Quelle des Schmerzes gefunden, den sie direkt angreifen können.

Wie Schmerzen wirksam und dennoch ohne gefährliche Nebenwirkungen bekämpft werden können, das haben Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg herausgefunden. Die Arbeitsgruppe um den Mediziner Prof. Dr. Hanns Ulrich Zeilhofer vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie hat im Rückenmark von Mäusen einen Rezeptor identifiziert, der eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Schmerzreizen spielt. Medikamente, die diesen Rezeptor blockieren, sollten ebenso wirksam sein wie herkömmliche Schmerzmittel - darüber hinaus aber besser verträglich, sagen die Erlanger Wissenschaftler.

Bisher werden zur Behandlung von Schmerzen häufig Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, der Hauptbestandteil von Medikamenten wie Aspirin, oder die Gruppe der Coxibe verordnet. Diese Stoffe hemmen bestimmte Enzyme im Körper und sorgen dafür, dass die Botenstoffe für die Schmerzweiterleitung - die so genannten Prostaglandine - nicht mehr ausgeschüttet werden.

Diese Botenstoffe übertragen jedoch nicht nur Schmerzimpulse. Sie schützen den Organismus, und Mediziner vermuten, dass sie zum Beispiel Magengeschwüren vorbeugen sowie Herz- und Hirninfarkte verhindern. Nimmt man Prostaglandin hemmende Medikamente über längere Zeit ein, können gefährliche Nebenwirkungen auftreten: So stehen die Coxibe im Verdacht, für viele Tausende Herzinfarkte verantwortlich zu sein.

Mit der Entdeckung der Erlanger Mediziner können nun neue Medikamente entwickelt werden, die nur den Schmerzrezeptor im Rückenmark blockieren und nicht in die Produktion von Prostaglandinen eingreifen. So bleibt deren schützende Funktion unangetastet und bestimmte Nebenwirkungen können ausgeschlossen werden.


WANC 24.02.05
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