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Über die Hälfte der Migräniker hat auch einen Herzfehler: Ist der ein Auslöser der Kofpschmerzen?
Migräne: Viele Betroffene haben Herzdefekt

Viele Migräne-Patienten weisen einen Herzdefekt auf. Der sorgt dafür, dass venöses Blut ungefiltert in den Gehirn-Blutkreislauf gelangt. Experten vermuten, dass diese Blut Stoffe enthält, die Migräne auslösen können.

Im Rahmen einer Studie (die sogenannte MIST-Studie) wurde heraus gefunden, dass es bei Migränepatienten einen höheren Anteil an Herzdefekten gibt, als zuvor angenommen. Dr. Peter Wilmshurst, Consultant Cardiologist am Royal Shrewsbury Hospital und einer der leitenden Forscher, erklärte: "Bei den Untersuchungen von 370 Patienten mit Migräne mit Aura stellten wir bei 59,5 Prozent einen Herzdefekt fest. Das Bemerkenswerte ist, dass mehr als 40 Prozent der untersuchten Migräne-Patienten einen grossen Shunt aufwiesen, der einen Zufluss von venösem Blut in die arterielle Zirkulation verursachte. Die Häufigkeit ist also sechs Mal grösser als normalerweise."

Wilmshurst betont, dass die überwiegende Zahl von Herzdefekten bei einer Gruppe von Menschen auftrat, die an häufigen Migräneanfällen mit Aura leiden, im Übrigen aber gesund sind und keinerlei Symptome eines Herzdefektes zeigten. Frühere Studien berichteten von Foramen ovale (PFO) bei 27 Prozent der Bevölkerung und nur 7 Prozent davon als grössere Defekte.

Etwa einer von zehn Menschen leidet an Migräne. Es wird geschätzt, dass rund 15 Prozent der Migräneanfälle mit Aura auftreten, also hellem, pulsierendem Licht, schwarzen Punkten oder teilweisem Verlust des Sehvermögens und manchmal starken Schmerzen wie Nadelstiche. Die
Anfälle dauern normalerweise zwischen 4 und 72 Stunden und verhindern häufig den normalen Tagesablauf der Betroffenen.

Dr. Andrew Dowson, Director, Headache Service, Kings College Hospital erläuterte: "Bis heute ist die genaue Ursache von Migräne unklar. Falls jedoch durch Shunts wie PFOs venöses Blut in die zerebrale Zirkulation gelangt - ungefiltert und ohne die Lungen zu passieren - könnte es sein, dass dieses venöse Blut Bestandteile enthält, die bei bestimmten Patienten die Migräne auslösen. Nun also ist die nächste Frage für die MIST-Studie, ob der Verschluss der PFO die Migräneanfälle reduziert oder eliminiert. Bis zum Ende dieses Jahres oder anfangs nächstes Jahr sollten wir in der Lage sein, diese Frage zu beantworten."

Der Verschluss eines Foramen ovale ist ein Eingriff, mit dem gegenwärtig bestimmte Arten von Apoplexien und Druckfallkrankheiten behandelt werden. Dieser Eingriff wurde bei diversen Patienten als Behandlung erwogen, mit der die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen reduziert oder sogar gänzlich beseitigt werden kann.

"Gegenwärtig gibt es keine Heilmethode für Migräne und während es für einige Patienten möglich ist, mit den erhältlichen Arzneimitteln ein normales Leben zu führen, ist es für andere beinahe unmöglich. Die Erkennung dieses beispiellos hohen PFO-Anteils ist ein wichtiger wissenschaftlicher Durchbruch und alle Migränespezialisten erwarten gespannt die endgültigen Resultate aus dieser Studie", betont Dowson.

WANC 25.05.05
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