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"Mit zwei Tabletten eines Kombinationsschmerzmittels kann die gleiche Wirkung wie mit drei Tabletten eines Einzelwirkstoffpräparates erzielt werden", (Foto: DAK)
Kopfschmerzen: Gesellschaft empfiehlt Wirkstoffkombination

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen eine Kombination von Wirkstoffen.  Denn darauf sprechen mehr Patienten an, wie eine Studie ergab.

Kombinationspräparate wirken anscheinend besser gegen Kopfschmerzen. Eine Kombination der Schmerzsubstanzen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein in einem Präparat macht jedoch nur Sinn, wenn dies einen höheren Nutzen für den Anwender bringt als Mittel mit nur einem Wirkstoff. Diesen Vorteil konnte jetzt eine aktuelle Studie der Abteilung für Psychiatrie an der Universität Freiburg belegen.

Mit einer Gen-Chip-Analyse untersuchte das Team um Dr. Bernd L. Fiebich die Wirkung von Substanzen auf eine große Anzahl von Genen innerhalb eines Versuchsansatzes. Die Forscher konnten damit zeigen, dass Kombinationspräparate die Ausschüttung von Prostaglandinen hemmen. Prostaglandine sind für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich. Außerdem wird die Produktion der Tyrosinhydroxylase gehemmt. Tyrosinhydroxylase ist ein Enzym, das an der Herstellung von Dopamin beteiligt ist. Fehlt das Enzym, wird kein Dopamin gebildet. Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei der Schmerzentstehung und -vermittlung. "Kombinationspräparate verfügen dadurch über ein breiteres Wirkspektrum als Einzelpräparate mit nur einem Wirkstoff", stellt Dr. Fiebich fest.

Dieses Ergebnis hat eine große Bedeutung für die Praxis. "Auf das breite Wirkprofil sprechen mehr Patienten an", meint der Berliner Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin Dr. Jan-Peter Jansen. Seiner Erfahrung nach kann drei von vier für die Selbstmedikation geeigneten Schmerzpatienten mit einer Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein geholfen werden. Eine Monotherapie sei lediglich bei der Hälfte bis zwei Drittel der Patienten erfolgreich.

Als vorteilhaft wertet Jansen auch den schnelleren Wirkeintritt der Dreierkombination. Koffein fördert die Aufnahme von ASS und Paracetamol in den Körper. Die Substanzen gelangen schneller an den Wirkort. Damit würde die Gefahr vermindert, dass Schmerzpatienten ungeduldig noch weitere Tabletten einnehmen, weil der Eintritt der Schmerzlinderung zu lange dauert. "Mit zwei Tabletten eines Kombinationsschmerzmittels kann die gleiche Wirkung wie mit drei Tabletten eines Einzelwirkstoffpräparates erzielt werden", berichtet Jansen. Das habe einen positiven Einfluss auf das Nebenwirkungsprofil, so der Experte weiter. Für Kombinationspräparate kann deshalb die unmathematische Weisheit gelten: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile".

WANC 29.06.04/dgk
Weitere Informationen zum Thema bietet die Broschüre "Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe", die Sie gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten DIN A5- Rückumschlages unter dem Stichwort: Kopfschmerzen beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Postfach 12 07, 35002 Marburg, anfordern können.

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