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Wer gegen Kopfschmerzen ein Schmerzmittel nimmt, sollte auf die richtige Dosierung achten. (Foto: DGK)
Schmerzen: Mit Medikamenten richtig umgehen

Rund 700 Millionen Euro werden jährlich in Deutschland für Schmerzmittel ausgegeben – Tendenz steigend. Einen großen Teil dieser Schmerzmittel kaufen sich Patienten rezeptfrei in der Apotheke. Das entlastet die Gesetzliche Krankenversicherung. Es setzt aber auch voraus, dass die Verbraucher über die Anwendung ausreichend informiert sind.

Kopfschmerzen sind ein häufiger Grund für den Griff zur Schmerztablette. Manchmal sind sie Vorbote einer Erkältungskrankheit. Oft sind aber auch Stress, eine verspannte Rücken- und Nackenmuskulatur, das Klima oder die Ernährung Auslöser dumpfer, drückender und beengender Kopfschmerzen. Grundsätzlich raten Experten, nicht gleich eine Tablette einzunehmen, wenn der Kopf einmal brummt. "Ich rate meinen Patienten bei leichten Kopfschmerzen erst mal an die frische Luft zu gehen, sich abzulenken und sich zu entspannen", sagt Dr. Martin Gessler, Neurologe aus München. Der Kopfschmerzexperte empfiehlt regelmäßiges Ausdauertraining an der frischen Luft, verschiedene Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Seiner Erfahrung nach können aber auch bewährte Hausmittel wie kalt-warme Fußbäder, ätherische Öle oder Kaffee mit Zitrone wirksam sein.

Sind die Schmerzen stark oder reagiert der Körper nicht auf diese Maßnahmen, sollte dann mit der Tabletteneinnahme nicht zu lange gezögert werden. "Wenn man mit der Behandlung zu lange wartet, werden die Schmerzen nur schlimmer und sind dann schwerer weg zu bekommen. Wichtig ist, die Schmerzkaskade rechtzeitig und effektiv zu unterbrechen", sagt Dr. Jan-Peter Jansen von der Stiftung Kopfschmerz in Berlin.

Bei Kopfschmerzen am besten geeignet sind Kombinationspräparate, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in ihren aktuellen Empfehlungen zur Selbstmedikation. Sie enthalten die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. ASS und Paracetamol wirken beide schmerzstillend, haben aber einen unterschiedlichen Wirkmechanismus. Die Kombination dieser beiden Substanzen führt deshalb zu einem breiteren Wirkprofil. Das Koffein, das auch einen eigenen schmerzstillenden Effekt ausübt, beschleunigt die Aufnahme von ASS und Paracetamol in den Körper. Kombinationspräparate wirken daher schneller als Präparate, die nur einen Wirkstoff enthalten. Darüber hinaus können ASS und Paracetamol in Kombination in einer geringeren Dosis eingesetzt werden. Dadurch sind die Tabletten mit den drei Wirkstoffen verträglicher.

Wer seine Kopfschmerzen nicht behandelt, sondern frei nach dem Motto "Indianer kennen keinen Schmerz" versucht, sie auszuhalten, läuft Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden. Wer dagegen Kopfschmerzmittel zu häufig, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt, muss damit rechnen, dass die Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen auslösen.
Das richtige Maß ist also wichtig: Kopfschmerztabletten sollten höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden. Dauern die Schmerzen länger an, ist ein Arztbesuch der richtige Schritt. "Treten Kopfschmerzen häufiger auf oder werden sie mit der Zeit stärker, kann ein ernsthafter Grund dahinter stecken", gibt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz zu bedenken. Außerdem sollten möglichst nicht mehrere Schmerzmittel gleichzeitig angewendet werden. Das kann zu unberechenbaren Wechselwirkungen führen. Kopfschmerztabletten werden immer mit reichlich Wasser bei aufrechter Körperhaltung eingenommen. So können die Arzneimittel zügig durch die Speiseröhre gespült werden und schnell in den Magen-Darm-Trakt gelangen.

WANC 30.09.03/DGK
Migräne und Kofschmerzen

Schmerzklinik am Arkauwald

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