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Dr. Marianne Koch: ".... Patienten, die sich aufgrund ihrer Schmerzen immer mehr zurückziehen und in eine ausweglose soziale Isolation geraten."
Jeder fünfte Europäer hat chronische Schmerzen

"Schmerzen werden zur Epidemie des 21. Jahrhunderts, wenn nicht endlich etwas geschieht", sagt Dr. Gerhard Müller-Schwefe. Dass chronischer Schmerz auch international weit verbreitet ist, zeigt die Studie "Pain in Europe": 19 Prozent der Bevölkerung in Europa leiden unter chronischen Schmerzen.

Für die Studie wurden 46.394 Interviews in 16 Ländern durchgeführt und 4.839 chronisch Schmerzkranke detailliert zu ihrem Leben mit dem Schmerz befragt. Diese europäische Studie ist damit die bisher größte und detaillierteste über chronische Schmerzen. "Hinter diesen Ergebnissen stehen Patienten, die sich aufgrund ihrer Schmerzen immer mehr zurückziehen und in eine ausweglose soziale Isolation geraten", betont die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga (DSL), Dr. Marianne Koch.

Zum Zeitpunkt der Befragung litten die Betroffenen bereits durchschnittlich seit sieben Jahre an chronischen Schmerzen, ein Viertel sogar seit mehr als 20 Jahren. "Es ist geradezu unfassbar, dass Schmerztherapie kein Pflichtbestandteil der Medizinischen Ausbildung in Deutschland darstellt", äußert sich Professor Michael Zenz, Direktor vom Knappschaftskrankenhaus Langendreer und von den BG-Kliniken Bergmannsheil in Bochum.

So sieht die im letzten Jahr verabschiedete neue Approbationsordnung Schmerz weder als Pflichtfach noch als Querschnittsbereich vor. "Damit wird eine Erkrankungsgruppe vernachlässigt", so der Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) , "die viele Millionen Patienten in der ambulanten und stationären Versorgung betrifft." Darüber hinaus sei Schmerz eine Erkrankung, die unnötigerweise zu gigantischen sozialen Folgekosten führe. Allein chronischer Rückenschmerz verursache jedes Jahr allein in Deutschland Kosten in Höhe von 17 Milliarden Euro.

"Eine inadäquate Schmerztherapie führt dazu, dass Patienten unnötig leiden müssen", sagt Müller-Schwefe. Der Präsident des Schmerztherapeutische Kolloquium - Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie eV (StK-DGS) betont, dass Schmerz rechtzeitig und ausreichend behandelt werden sollte, um chronische Schmerzen zu verhindern. Denn ständige Schmerzreize verändern das Nervensystem auf allen Ebenen.

Aufklärungsarbeit nicht nur bei den Ärzten, sondern auch bei den Schmerzkranken, ist eine wichtige Voraussetzung zur Verbesserung der bestehenden Unterversorgung. Obwohl deutsche Schmerzforscher zur Weltelite gehören, so Zenz und Müller-Schwefe, sind Schmerzpatienten in Deutschland noch immer die Stiefkinder des Medizinbetriebs. Die Gründe: Defizite der Medizinerausbildung bis hin zu lückenhaften Leistungsverzeichnissen für gesetzlich versicherte Patienten, in denen schmerztherapeutische Leistungen so gut wie nicht vorkommen.

WANC 29.10.03

DSL

Deutsche Schmerzhilfe

DGGS

Pain in Europe

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