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Schmerzmittel Diclofenac: Gefahr für Herz und Kreislauf

Medikamente mit dem schmerzstillenden und fiebersenkenden Arzneistoff Diclofenac sollen nur in der niedrigst wirksamen Dosierung eingenommen werden. Und dann auch nur möglichst kurz. Die Warnung beruht auf neuen Erkenntnissen, dass eine höhere Dosierung und eine längere Einnahmedauer die Gefahr für einen Herzinfarkte erhöht.

„Diclofenac kann in höheren Dosierungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkte steigern“, warnt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer. Dennoch kann der Wirkstoff in Dosierungen bis 75 mg pro Tag rezeptfrei in Apotheken gekauft werden. Die maximale Anwendungsdauer der rezeptfreien Präparate liegt bei drei bis vier Tagen. In höheren Dosierungen oder bei einer längeren Anwendung muss Diclofenac vom Arzt verschrieben werden.

Dass das Mittel derartige Nebenwirkungen hat, darauf hat kürzlich die European Medicines Agency (EMA) hingewiesen. In einer Überprüfung des Wirkstoffes war die europäische Arzneimittel-Zulassungsbehörde zu dem Ergebnis gekommen, dass Diclofenac die Gefahr für einen Herzinfarkt von 8 auf 11 pro 1000 Menschen erhöht. Das gelte vor allem für hohe Tagesdosen (ab 150 mg/Tag) und bei einem längeren Einnahmezeitraum. Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben,  an der Schaufensterkrankheit oder Durchblutungsstörungen im Gehirn leiden, wird von einer Verwendung abgeraten. Patienten mit hohem Blutdruck, hohem Cholesterinwert oder Diabetes sowie Raucher sollten ihren Arzt fragen, ob das Mittel weiter genommen werden kann.

Dass Diclofenac nicht verboten wird, liegt an seiner von der EMA bestätigten Nutzen-Risiko-Bewertung. Das bedeutet, dass die Vorteile des Medikamentes die möglichen Risiken überwiegen. Allerdings gibt es andere Studien, die auf etwas höhere Gefahren kommen. So hat eine 2005 veröffentlichte Studie eine Risikoerhöhung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Diclofenac um den Faktor 1,55 ermittelt. Eine 2006 publizierte Untersuchung kommt auf ein 1,4-fach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt.

Auch für zwei andere schmerzlindernde Wirkstoffe hat die EMA Warnungen heraus gegeben. So soll Codein  Kindern nur noch in ganz bestimmten Fällen gegeben werden, z.B. Kindern über 12 Jahre mit starken Schmerzen, wenn andere Mittel nicht helfen. Kinder mit Atemproblemen dürfen Codein überhaupt nicht mehr einnehmen. Der Wirkstoff Flupirtin soll nur noch von Erwachsenen und für maximal zwei Wochen verwendet werden. Das Mittel ruft Leber- und Gallenerkrankungen hervor und zwar um so mehr, je länger es benutzt wird.


Berliner Ärzteblatt 04.07.2013/ Quelle: ABDA, EMA
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