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Fibromyalgie: Woher die Schmerzen kommen

So mysteriös wie der Name ist auch die Krankheit selbst: Fibromyalgie. Die Symptome der Krankheit haben viel mit Schmerzen zu tun. Und zwar am ganzen Körper. Doch warum diese Schmerzen entstehen, das hat bisher viele Rätsel aufgegeben. Deshalb fällt es auch vielen Ärzten schwer,  die Diagnose richtig zu stellen. Doch nun haben Forscher am Universitätsklinikum Würzburg anscheinend den Ursprung der Fibromyalgie gefunden. 

Wer unter Fibromyalgie leidet, leidet unter ständigen Schmerzen in mehreren Körperregionen. Begleitet wird das durch Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit und depressive Symptome. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Der Verlust an Lebensqualität ist enorm.

Wer zum Arzt geht und die Beschwerden schildert, wird häufig enttäuscht. Die Diagnostik kann keine krankhaften Befunde nachweisen. Fibromyalgie-Patienten erleben es deshalb oft, dass sie in der Praxis nicht richtig ernst genommen werden. Oder es kommt zu Fehldiagnosen wie Depression.  Viele habe eine jahrelange Odyssee hinter sich, bis ihre Krankheit richtig diagnostiziert und behandelt wird.

Ein Grund für diese frustrierende Situation ist, dass es bisher keine bekannten Auslöser der Schmerzen und deshalb auch keine Kriterien für das Stellen einer Diagnose gab. Wissenschaftler haben aber jetzt die Auslöser der typischen Schmerzen bei Fibromyalgie gefunden: Es sind Schäden im Bereich der kleinen Nervenfasern. Diese sogenannten kleinkalibrigen schmerzleitenden Nervenfasern (small fibers), die in der Haut enden, sind für die Wahrnehmung von Schmerzen verantwortlich und für das Temperaturempfinden.

Herausgefunden haben das die Wissenschaftler bei einer Studie an 35 Patienten. Mit drei spezifischen Testverfahren haben Ärzte identifizieren können, dass 25 tatsächlich an einer Fibromyalgie und zehn an einer Depression litten. In den Untersuchungsergebnissen unterschieden sich die Fibromyalgie-Patienten sowohl von gesunden Studienteilnehmern wie von den depressiven Patienten, die keine Schmerzen empfanden. Die Patienten mit Depressionen aber ohne Schmerzen zeigen im übrigen vergleichbare Ergebnisse wie Gesunde. Eine Beeinträchtigung der kleinen Nervenfasern war nur bei Fibromyalgie-Patienten zu erkennen, obwohl sie ähnlich viele depressive Symptome aufwiesen wie die depressiven Studienteilnehmer.

Die Testungen (1. quantitative sensorische Testung (QST) bestimmt unter anderem thermische Wahrnehmungs- und Schmerzschwellen der kleinen Nervenfasern. 2.  Die Ableitung Schmerz-assoziierter evozierter Potenziale (PREP) gibt Auskunft über die elektrische Erregbarkeit der Nervenfasern. 3. Stanzproben aus der Haut ermöglichen die Analyse der Hautbeschaffenheit.) "haben bei den Patienten mit einem Fibromyalgie-Syndrom deutliche Zeichen für eine Schädigung der kleinen Nervenfasern nachgewiesen“.

Damit erfüllt die Fibromyalgie die Kriterien von neuropathischen Schmerzen, die durch eine Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems bedingt sind, sagen die die Mediziner.  Eine Antwort, warum die kleinen Nervenfasern überhaupt zu Schaden kommen, können die Wissenschaftler allerdings auch nach diesen Untersuchungsergebnissen noch nicht geben.

Berliner Ärzteblatt 13.03.2013/ Quelle: JAMA. 2013
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