Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Übergebrauch von Schmerzmedikamenten kann zu Kopfschmerzen führen (Foto: DAK/Wigger)
Übergebrauch von Schmerzmedikamenten kann zu Kopfschmerzen führen (Foto: DAK/Wigger)
Botox wirkt bei Kopfschmerz durch Medikamente

Der Gebrauch von Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen und Migräne kann seine Schattenseiten haben. Denn die Einnahme vieler Medikamente gegen Kopfschmerz kann dazu führen, dass die Betroffenen einen chronischen Kopfschmerz entwickeln. Der durch Arzneimittel hervor gerufene Kopfschmerz lässt sich nur schwer behandeln. Bisher. Denn jetzt haben Studien gezeigt, dass der zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassene Wirkstoff Botulinum-Toxin hier wirksam helfen kann.

Ärzte haben Patienten mit Medikamentenübergebrauch bisher so behandelt: Erst nach einem Medikamentenentzug wurde eine Prophylaxe sinnvoll. Doch Prof. Dr. Andreas Straube von der Neurologischen Klinik der Universität München hat die gute Nachricht:.„Jetzt wissen wir: Vorbeugung wirkt auch ohne Entzug und führt automatisch zu einer Reduktion des Schmerzmittelgebrauchs.“



Bei einer Gruppe von insgesamt 904 Patienten mit Medikamentenübergebrauch wurde eine Hälfte mit OnabotulinumtoxinA und die andere mit einem Scheinmedikament behandelt. Nach 24 Wochen hatten die Patienten in der Botox-Gruppe monatlich 8,2 Kopfschmerztage weniger, während es mit dem Scheinmedikament 6,2 Tage weniger waren. Auch bei der Häufigkeit der Tage mit Migräne, Tage mit moderaten oder schwerem Kopfweh, die Gesamtzahl der Kopfschmerz-Stunden an Kopfschmerz-Tagen oder die durch Kopfschmerzen bedingte Einschränkung im täglichen Leben war die Botox-Gruppe im Vorteil. 



Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) schließt aus diesen Ergebnissen, dass eine Vorbeugung mit Botulinum-Toxin auch ohne Medikamentenentzug möglich ist. Sie sieht die Vorgehensweise bei Patienten mit chronischer Migräne und Medikamentenübergebrauch so: Die Patienten werden zuerst über die Probleme des übermäßigen Gebrauchs von Schmerzmitteln aufgeklärt. Außerdem erfolgt eine Behandlung mit Botulinum-Toxin oder dem Wirkstoff Topiramat. Bei Medikamentenabhängigkeit muss allerdings weiterhin ein formaler Entzug in einer Tagesklinik durchgeführt werden.



In Deutschland leiden geschätzt fast eine Million Menschen an chronischer Migräne. Diese Patienten haben mehr als 15 Mal pro Monat Kopfschmerzen, darunter an mindestens acht Tagen migräneartige Kopfschmerzen. „Einen Medikamentenübergebrauch sehen wir in unserem Kopfschmerzzentrum bei mehr als der Hälfte unserer Patienten mit chronischer Migräne“, erläutert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener von der DGN.

Berliner Ärzteblatt 31.07.2013/ Quelle: J Neurol Sci. 2013
Schmerzmittel können Kopfschmerzen erzeugen

Kopfschmerz: Schmerzmittel nicht vorsichtshalber nehmen

Kopfschmerz durch Medikamente

Botox: Nur bei chronischer Migräne sinnvoll

Botox soll Migräne vorbeugen

 
Seite versenden  
Seite drucken