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Mehr Frauen als Männer sind von Migräne betroffen (Foto: TK)
Mehr Frauen als Männer sind von Migräne betroffen (Foto: TK)
Warum Frauen häufiger unter Migräne leiden

In Deutschland leiden geschätzte neun Millionen Menschen an Migräne. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen. Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass die Zahl der Frauen, die im Jahr 2010 Migränemedikamente (Triptane) verschrieben bekommen haben, in einzelnen Altersgruppen sechsmal höher ist als die Zahl der Männer. Bundesweit bekamen im Schnitt 28 von 1.000 Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren Triptane verordnet - aber nur fünf von 1.000 Männern.

Warum das so ist? Wissenschaftler vermuten zwei Gründe: Viele Formen der Migräne sind hormonabhängig. Zugleich verarbeitet das weibliche Gehirn Schmerz anders als das männliche. Kopfschmerzen plagen Frauen besonders in der Zeit zwischen der Pubertät und den Wechseljahren. Das zeigen Verordnungszahlen: 13 von 1.000 Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren bekamen Triptane, aber nur drei von 1.000 männlichen Jugendlichen in dieser Altersgruppe. Zugleich zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass im Gehirn von Frauen und Männern die Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerzen unterschiedlich funktioniert.

Frauen empfinden Schmerzen anders als Männer
Der Kieler Schmerzforscher Professor Dr. Hartmut Göbel erklärt das so: "Das weibliche Gehirn färbt Schmerzen mit mehr Gefühl. Bei Frauen wird das Zentrum im Gehirn stärker angesprochen, das für die gefühlsmäßige Tönung von Schmerzen verantwortlich ist. Das männliche Gehirn zeigt bei Schmerzreizen eine stärkere Aktivität in den kognitiven und analytischen Bereichen der Wahrnehmung." Und das zeige sich sogar im Arzt-Patienten-Gespräch, erklärt der Neurologe und Psychologe Göbel: "Männer schildern die Symptome, während Frauen ihr Verhalten beschreiben."

Die Rolle der Hormone
Nicht nur das Gehirn, auch die Hormone können die Schmerzwahrnehmung und die Schmerzverarbeitung beeinflussen. Testosteron scheint die Schmerzempfindlichkeit zu reduzieren, dagegen scheinen Östrogene die Schmerzempfindlichkeit ansteigen zu lassen. Nach den Wechseljahren geht die Verschreibung von Migränemedikamenten bei Frauen zurück, bei Männern bleibt sie auf niedrigerem Niveau gleich.

28.11.2011/ Quelle: TK
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