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Schmerzen lindern durch körpereigene, opiat-ähnliche Stoffe

Schmerzen sind grausam. Sie können das Leben zur Hölle machen, vor allem wenn sie einen ständig begleiten. Doch nicht immer lassen sich Schmerzen mit den herkömmlichen Methoden behandeln, weil der Körper nicht darauf reagiert. Hinzu kommt, dass viele Schmerzmittel auf Dauer erhebliche Nebenwirkungen offenbaren. Das gilt nicht nur für Opiate wie das Morphium, sondern auch für Schmerzmittel wie Ibuprofen. Wissenschaftler haben jetzt heraus gefunden, es körpereigene opiat-ähnliche Peptide gibt, die Schmerzen lindern können.

Peptide sind körpereigene Stoffe (Eiweiße), von denen einige Entzündungen und die Vermehrung von Bakterien oder Viren hemmen können. Derartige Peptide können auch helfen, Entzündungsschmerzen besser zu behandeln. Diese Art von Schmerzen treten beispielweise nach Operationen oder chronisch bei Erkrankungen wie einer rheumatischen Arthritis auf. Sie lassen sich oft nur schwer lindern, weil sie sich gegenüber den meisten Therapieansätzen als resistent erweisen und viele Schmerzmedikamente gravierende Nebenwirkungen haben. Selbst gängige Substanzen wie Ibuprofen können bei längerfristiger Anwendung zu Magengeschwüren, inneren Blutungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Wissenschaftler haben jetzt Opiat-Rezeptoren in Nervenzellen außerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks aktiviert. Und zwar, in dem sie opiat-ähnlichen Peptide, bespielsweise Enkephaline und Endorphine, eingesetzt haben. Auf diese Weise könnten Schmerzen gemildert werden, ohne dass Nebenwirkungen registriert wurden. Der Haken an der ganzen Sache: Diese Wirkung lässt schnell nach. Denn die Peptide werden durch andere körpereigene Stoffe - es handelt sich um die beiden Enzyme Aminopeptidase N (APN) und Neutrale Endopeptidase (NEP) - schnell inaktiviert.

Eine Forschungsgruppe am Campus Benjamin Franklin hat es nun geschafft, den Abbau der körpereigenen opiat-ähnlichen Peptide direkt im entzündeten Gewebe zu verhindern. Sie haben die beiden verantwortlichen Enzyme blockiert. Sie setzten Präparaten mit den körpereigenen Peptiden  Enzymhemmer (Bestatin, Thiorpan oder P8B) zu. Die Folge: Das Schmerzempfinden nahm deutlich ab oder es entwickelte sich sogar völlige Schmerzunempfindlichkeit.

Berliner Ärzteblatt 04.12.2012/ Quelle: FASEB J

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