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Somatoforme Störungen: Sie sind charakterisiert durch anhaltende Körperbeschwerden, für die sich nach angemessener Untersuchung keine ausreichende organische Erklärung finden lässt (Foto: Forum Trinkwasser)
Somatoforme Störungen: Sie sind charakterisiert durch anhaltende Körperbeschwerden, für die sich nach angemessener Untersuchung keine ausreichende organische Erklärung finden lässt (Foto: Forum Trinkwasser)
Somatoforme Störungen: Vielen, die leiden, wird nicht geholfen

Was ist los, wenn der Körper schmerzt, aber der Arzt bei der Untersuchung keinen Grund dafür findet? Experten sprechen dann von einer somatoformen Störung. Doch obwohl diese Patienten sich krank fühlen, leiden und arbeitsunfähig sind, blitzen sie oft bei ihren Ärzten ab. Eine Studie hat jetzt untersucht, wie die Versorgung dieser Patienten tatsächlich ist. Das Ergebnis: Gar nicht gut.

Dr. med. Herbert Menzel, Vorsitzender des Berufsverbandes der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM) e.V., beschreibt somatoforme Störungen so: Sie sind charakterisiert durch anhaltende Körperbeschwerden, für die sich nach angemessener Untersuchung keine ausreichende organische Erklärung finden lässt. Somatoforme Störungen können sich in einer Vielzahl von Symptomen wie Beklemmungsgefühl in der Brust, Herzstolpern, Halsenge, Reizblase, Übelkeit, Bauchschmerzen und andere Schmerzzustände äußern. Auch die Ursachen sind sehr vielfältig. Man geht von einem Wechselspiel verschiedener biologischer, seelischer und sozialer Faktoren aus.

Es gibt nicht wenige, die darunter leiden. Geschätzt 25 Prozent aller Patienten bei Hausarzt haben somatoforme Störungen. In der ambulanten fachärztlichen Versorgung reicht die Häufigkeit von fünf Prozent in der Dermatologie bis zu 50 Prozent in der Gastroenterologie. Doch geholfen wird diesen Patienten nur selten. Menzel: "Patienten mit somatoformen Störungen sind beträchtlich unter- und fehlversorgt. Fast 60 Prozent der Betroffenen, die an anhaltenden körperlichen Beschwerden ohne eine klare auslösende organische Ursache, leiden, sind nicht in Behandlung."

Der vorliegende Bericht sagt nun, dass es sowohl genügend geprüfte Therapieoptionen sowie eigentlich genügend Ärzte gibt, die die Patienten behandeln könnten. Sowohl bei Depressionen als auch bei Schmerzen ohne körperliche Ursache würden sich 25 Prozent, beziehungsweise 23 Prozent der Befragten in der spezialisierten Versorgung zuerst an den Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wenden. Insgesamt sind depressive Störungen, Angst- und Anpassungsstörungen der häufigste Behandlungsgrund. Menschen mit somatoformen Störungen erreicht das dreisträngige Versorgungssystem bestehend aus psychosomatisch-psychotherapeutischer, psychiatrisch-psychotherapeutischer und psychologisch-psychotherapeutischer Versorgung dem Gutachten zufolge nur unzureichend. Engpässe zeigen sich den Ergebnissen zufolge früh: Patienten warten vier Wochen bis zweieinhalb Monate auf ein Erstgespräch bei einem ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten.

Nur ziemlich verklausuliert offenbart die Analyse die Probleme im System. So werden Betroffene, wenn sie einen Hausarzt aufsuchen, kaum an einen Facharzt weiter geleitet. Die Versorgung sei nicht ausreichend strukturiert, die Schnittstellen nicht definiert, eine sektorenübergreifende Versorgung finde nur selten statt, urteilt das Gutachten. Dagegen helfen könnten nur gemeinsame Versorgungsmodelle. Als wirksam hätten sich die Kooperation zwischen den somatischen Facharztgruppen und den Spezialisten für psychosomatische Medizin sowie die koordinierte Versorgung anhand eines Gesamtbehandlungsplanes erwiesen.
 
Menzel sagt, dass viele Betroffene den Eindruck hätten, dass ihre Ärzte ihre Symptome nicht ernst nehmen und sie als Simulanten oder Hypochonder betrachten. Der Facharzt sieht die Gründe hierfür in mangelnder Kenntnis, sozialen Behandlungsbarrieren bis hin zur Angst, stigmatisiert zu werden. Aufgrund wiederholter Untersuchungen entstünden für die Patienten oft zusätzliches Leid und für die Krankenkassen hohe Kosten. „Will man beides minimieren, sollte von Anfang an die interdisziplinäre Zusammenarbeit gesucht, möglichst rasch die richtige Diagnose gefunden und die entsprechende Therapie eingeleitet werden,“ fordert er.

wanc 17.01.2012/ Quelle: Zwischenbericht zum Gutachten „Zur ambulanten psychosomatischen/psychotherapeutischen Versorgung in der kassenärztlichen Versorgung in Deutschland – Formen der Versorgung und ihre Effizienz“; Prof. Dr. med. Johannes Kruse, Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog
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