Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: Stock photo
Der Taillenumfang im Verhältnis zur Körpergröße ist das neue Maß für Erkrankungsrisiken (Foto: Stock photo)
Welches Gewicht ist gesundheitsgefährdend?

Welches Gewicht macht uns dick, welches fettleibig und wann sind wir normalgewichtig? Die Wissenschaft streitet über das rechte Maß. Galt früher die Regel für das Normalgewicht Körpergröße abzüglich 110, wurde später der Body-Mass-Index (BMI) zum Standard erklärt. Glücklich waren damit längst nicht alle. Denn, so die Kritik, der BMI taugt nicht für die Risikovorhersage bestimmter Erkrankungen. Das neue Maß der Dinge: WHtR – der Wert, der sich ergibt, wenn man Taillenumfang durch Körpergröße teilt.

Deutschland ist zu dick: Studien belegen, dass 75 Prozent aller deutschen Männer und fast 60 Prozent der Frauen übergewichtig sind, mehr als 50 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen gar fettleibig. Was indes die Zahlen medizinisch bedeuten, ist unklar. Denn gängige Statistiken beruhen auf Erhebungen mit dem Body-Mass-Index (BMI).

Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2]. Der "wünschenswerte" BMI hängt aber auch vom Alter ab. Übergewichtig sind Männer ab einem BMI von 25 -30, Frauen von 24 -30 und Adipositas haben Männer und Frauen bei einem BMI zwischen 30 und 40.

Doch dieses von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Maß steht seit einiger Zeit in der Kritik der Experten. "Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", betont Dr. Harald J. Schneider von der Medizinischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Innenstadt. Für derlei Risiko-Aussagen eigne sich viel besser der Wert, der sich ergibt, wenn man Taillenumfang durch Körpergröße teilt - kurz WHtR genannt (aus dem Englischen für waist-to-height-ratio).

Nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts ist offenbar entscheidend für bestimmte Krankheits-Gefahren. Schneider spricht inzwischen von "gutem und bösem Fett." Der Speck um den Bauch - also um die Taille - kann schädliche Fettsäuren abgeben und diverse Botenstoffe in den Körper abgeben, die Entzündungen fördern. Das passiert auch und gerade in den Gefäßen, was die Arteriosklerose vorantreibt. Hüft-, Oberschenkel- und Gesäßfett hingegen haben nach jüngsten Erkenntnissen nichts mit dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu tun und wirken mitunter schützend, wie manche Untersuchungen zeigen. Entsprechend versuchen die Wissenschaftler das ideale Maß zu finden, das die realen Verhältnisse widerspiegelt. In der Diskussion sind das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang (WHR) und eben der WHtR.

Schneider und Kollegen haben in ihre Studie knapp 11.000 Probanden einbezogen und zu Beginn für jeden Studienteilnehmer WHR, WHtR und BMI ermittelt. Dabei wurden für jedes Maß vier Größenordnungen festgelegt. Drei bis acht Jahre lang beobachteten die Forscher dann die gesundheitliche Entwicklung der Probanden. Ergebnis: Ob ein Mensch einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommt oder daran stirbt, lässt sich am besten mit dem WHtR abbilden.

"Je höher der WHtR, desto größer das Risiko", erklärt Schneider. Die beiden anderen getesteten Maße waren weitaus weniger (WHR) oder gar nicht (BMI) aussagekräftig. "Es gibt immer mehr Studien, die belegen, dass die Messung des BMI wenig bringt", sagt der Mediziner. Er hofft darauf, "dass medizinische Fachgesellschaften und WHO ihre Empfehlungen für die Messung des Körperfetts bald ändern."

WANC 02.03.10, Quelle: Klinikum der Universität München (LMU)

Warum nimmt man in den Wechseljahren so leicht an Gewicht zu?

Worauf sollte man beim Fettgehalt auf Lebensmittelverpackungen achten?

Mit welchen einfachen "Tricks" sorgt man für mehr Bewegung in seinem Alltag?

Wie viel Obst und Gemüse sollte ich pro Tag essen?

In welchen Lebensmitteln sind besonders viele Ballaststoffe enthalten?

 
Seite versenden  
Seite drucken