Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: Stock photo
Narkolepsie: Einfach während aktiver Tätigkeiten - wie im Gespräch oder beim Essen - einschalfen (Foto: Stock photo)
Narkolepsie: Und plötzlich schläftst du einfach ein

Narkolepsie ist eine Krankheit, die man nur schwer begreift. Menschen im Kampf gegen die ständige Müdigkeit. Menschen, die bei irgendwelchen Arbeiten einfach einschlafen. Menschen, die plötzlich wie versteinert stehen bleiben oder einfach umfallen und keine Reaktion mehr zeigen. Niemand weiß bisher, wie es zu der Erkrankung kommt. Eine Heilung gibt es nicht.

Uwe Martin ist Fotograf. Eines von Martins Bildern zeigt eine Frau, die reglos auf dem nassen Bürgersteig vor einer Boutique liegt. Sie ist einfach umgekippt. Es regnet. Ein Mann mit Tasche und Schirm ist an ihr vorbei gelaufen. Martin hat eine Frau fotografiert, die an Narkolepsie leidet. Die drastischen Bilder hat Martin in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Warum er so etwas fotografiert? Seine Mutter litt auch unter Narkolepsie.

Narkolepsie ist eine verstörende Krankheit. Vor allem für die, die damit konfrontiert werden, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Die Narkolepsie, im Volksmund auch als Schlafkrankheit bezeichnet, ist eine seltene Erkrankung des Nervensystems, an der in Deutschland um die 30.000 Menschen leiden. Häufig ist es eine unerklärliche Müdigkeit, mit der die Krankheit schleichend beginnt. Die Patienten schlafen während aktiver Tätigkeiten ein, z.B. im Gespräch oder beim Essen.

Einige Zeit später kommen häufig noch andere Symptome hinzu, z.B. Kataplexien, bei denen die Patienten die Kontrolle über ihre Muskeln verlieren. In leichten Fällen kann das zum Erschlaffen der Gesichtsmuskulatur führen, in schweren Fällen sacken die Betroffenen in sich zusammen und sinken einfach zu Boden.

Diesen Zustand hat Martin mit seinen Bildern (www.uwehmartin.de) eingefangen. Die Frau auf dem Bild heißt übrigens Lisa. Erstaunlich daran ist: Lisa ist vollkommen wach. Sie erlebt alles mit, was um sie herum vorgeht. Aber sie kann sich nicht bewegen. Dennoch konnte Martin mit Lisa während ihrer Anfälle kommunizieren: durch Zwinkern mit den Augenlidern.

Martin beschreibt das im Interview mit der Süddeutschen (Mein Feind, der Schlaf – 24.6.2010) so: „ Die Kataplexien werden durch starke Emotionen ausgelöst, wie etwa Freude, Trauer, Lachen oder Erschrecken. Es kann sein, dass nur einzelne Körperteile betroffen sind – etwa ein Arm. Bei Lisa ist es der gesamte Körper. Es dauert bis zu 30 Minuten, bevor sie sich wieder bewegen kann..... Bei Lisa kommt das im Schnitt einmal am Tag vor.“

Menschen, die an Narkolepsie leiden, werden nachts von Schlafstörungen und tagsüber von Einschlafattacken gequält. Sie schlafen nur leicht, wachen oft auf und liegen dann stundenlang wach. Auch Alpträume und Halluzinationen sind häufige Begleiterscheinungen der Narkolepsie.



Die Erkrankung kann bereits im Kindesalter auftreten. Häufig wird sie aber erst viel später im Erwachsenenalter diagnostiziert. Wie bei anderen seltenen Krankheiten besteht nämlich auch bei der Narkolepsie das Problem, dass sie oft erst nach Jahren erkannt wird, weil die Symptome zuvor fehlgedeutet wurden. Hinzu kommt, dass viele Betroffene charakteristische Symptome, z.B. Halluzinationen, beim Arztbesuch verschweigen, und zwar aus Angst, für psychisch krank gehalten zu werden. So können mitunter bis zu zehn Jahre und mehr vergehen, ehe die endgültige Diagnose feststeht.



Die Narkolepsie ist eine chronische Krankheit, die bisher nicht geheilt werden kann. Warum und bei wem die Erkrankung auftritt, ist noch nicht geklärt. Vermutlich haben die Patienten eine erbliche Veranlagung, die in Kombination mit äußeren Faktoren oder belastenden Ereignissen zum Ausbruch führt.

Eine Behandlung der Narkolepsie ist heute in Grenzen möglich. So gibt es verschiedenen Strategien, besser mit der Krankheit umzugehen: z.B. den Tag mit Schlafpausen zu planen, Übergewicht vermeiden, regelmäßig bewegen. Darüber hinaus gibt es Medikamente gegen die Tagesschläfrigkeit. Eingesetzt werden so genannte Stimulanzien (wachheitsfördernde Mittel) mit den Wirkstoffen Methylphenidat und Modafinil. Gegen Kataplexien sollen Antidepressiva (Wirkstoff Clomipramin) helfen. Und dem gestörten Nachtschlaf sollen  Schlafmittel - so genannte Hypnotika (Wirkstoffte Zolpidem, Zopiclon, Natriumoxybat) – abhelfen.



WANC 06.07.10, Quelle: humannews, Deutsche Narkolepsie Gesellschaft, Süddeutsche Zeitung

Narkolepsie: Wenn einen plötzlich der Schlaf überwältigt

Schlafstörungen – Was sind das eigentlich?

Fragen und Antworten zu verschiedenen Gesundheitsthemen
Welche Obstsorte hat den größten Einfluss auf den Blutzucker?

Wann treten Hitzewallungen in den Wechseljahren am häufigsten auf?

Warum verursachen die Schmerzmittel ASS, Diclofenac und Ibuprofen manchmal Magenprobleme?

Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Wie beginnt eine Schizophrenie?

Überblick aller Fragen und Antworten

 
Seite versenden  
Seite drucken