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Extremes Übergewicht: Medikamente bringen wenig

Nach Ansicht des Marburger Mediziners Prof. Johannes Hebebrand

verlieren Fettleibige durch die Einnahme von Medikamenten, die ihre überflüssigen Pfunde abbauen sollen, nur wenig Gewicht.

"Die Gewichtsabnahme liegt bei den zwei häufig eingesetzten Medikamenten im Schnitt bei sechs bis acht Kilogramm - wenn man aber 150 Kilogramm wiegt, ist damit nicht viel getan", betont der Mediziner. Von der genetischen Forschung erhofft sich der Wissenschaftler neue Medikamente, die effektiver wirken. Denn Fettleibigkeit ist nach Aussagen von Hebebrand bereits im Erbgut angelegt. "Die Anzahl der Gene, die zu starkem Übergewicht führen können, ist relativ klein - es handelt sich um fünf bis sechs Gene", so der Mediziner. Diese Erbanlagen haben entweder einen Einfluss auf die Aktivität des Stoffwechsels und damit auf den Energieverbrauch, oder aber auf den Appetit. "Dann hat jemand einfach mehr Hunger als andere. Und jeder weiß, wie schwer es ist, Hunger zu ertragen", sagt Hebebrand.

Um Fettleibigkeit zu verhindern, müssen diese komplexen Regelkreise bis ins Detail erforscht sein, erklärt der Leiter der Marburger Forschergruppe "Genetische Mechanismen der Gewichtsregulation". "Noch wissen wir zu wenig, was in der Fettzelle und im Gehirn passiert." Ziel ist es, so genannte "Targets" zu identifizieren – Bindungsstellen für Medikamente, die das Körpergewicht beeinflussen. Um weniger Fett anzusetzen, müsse der Appetit verringert oder der Energieverbrauch gesteigert werden.

Laut Hebebrand sind in Deutschland rund zwei Prozent der Bevölkerung fettleibig.Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

WANC 19.02.03

Phillips-Universität Marburg

 
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