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Schnarchen: Bei Aussetzen der Atmung ist Behandlung notwendig
Schnarchen: Atemprobleme behandeln

Nicht jeder "Schnarcher" lebt gefährlich. Doch wenn es während des Schlafes wiederholt zur Verlangsamung der Atmung (Hypopnoe) kommt oder sogar zu kurzzeitigen Atemstillständen (Apnoe), liegt ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) vor, das behandelt werden sollte.

"An einem OSAS leiden vier Prozent aller Männer und zwei Prozent aller Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren", informiert Dr. Claus Hader von den Kliniken St. Antonius in Wuppertal. Bei ihnen setzt die Atmung in der Nacht pro Stunde wenigstens fünf Mal aus, was heute am besten im Schlaflabor festgestellt werden kann: "Die Polysomnographie ist der Goldstandard für die Diagnose von schlafbezogenen Atmungsstörungen."

Die Patienten leiden nicht nur tagsüber unter vermehrter Schläfrigkeit, die ihre geistige Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz mindert und ihr Unfallrisiko im Straßenverkehr erhöht. OSAS ist laut Hader auch ein unabhängiger Risikofaktor für einen Bluthochdruck. Viele Patienten sind überdies übergewichtig und leiden an Diabetes mellitus. Auch das Schlaganfallrisiko scheint erhöht zu sein. Aus diesem Grund gibt es laut Hader aus medizinischer Sicht keinen Zweifel daran, dass eine OSAS behandelt werden sollte.

Prof. Bernd Sanner vom Bethesda Krankenhaus der Universität Bochum rät den Patienten zunächst zur Gewichtsabnahme, zur Meidung von Alkohol und Schlaftabletten, sowie zu einer Schlafhygiene. "Regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten sowie ausreichender Schlaf wirken sich im Allgemeinen günstig aus", schreibt Sanner. Im Einzelfall könnten die Symptome sogar ganz verschwinden. In allen anderen Fällen sei eine nächtliche Behandlung mit der Nasen- oder Nasenmundmaske angezeigt. Bei dieser so genannten CPAP (für "continuous positive airway pressure") wird der Luftdruck im Rachen so weit gesteigert, dass ein Zurückfallen der Zunge und ein Kollaps der Atemwege vermieden werden. Dieser ist die Ursache von Schnarchen und von OSAS. Sanner: "Die Behandlung führt bei mehr als 90 Prozent der Patienten zu einer Verbesserung der Tagesmüdigkeit und der geistigen Leistungsfähigkeit. Bei einigen Patienten wird auch der Blutdruck normalisiert."

CPAP ist laut Sanner heute die Standardbehandlung. Es gibt jedoch zwei Varianten. Bei der Auto-PAP-Therapie misst das Gerät kontinuierlich den Widerstand in den oberen Atemwegen und passt den Druck an. Diese Geräte sind laut Sanner besonders vorteilhaft für Patienten, bei denen der Druck nachts nur kurzzeitig abfällt. Die so genannte Bilevel-PAP-Therapie kommt dagegen bei Patienten zum Einsatz, bei denen sehr hohe Drücke erforderlich sind, um die Atemwege beim Einatmen freizuhalten. Beim Ausatmen senken die Geräte dann den Luftdruck, um die Atemtätigkeit zu erleichtern.

WANC 13.04.04/DMW

Initiative gesunder Schlaf

Zentrum für Schlafmedizin Dortmund

 
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