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Beinuntersuchung
Thrombosen: Treten bei Krebspatienten verstärkt auf (Foto: venenliga.de)
Karzinome und Thrombosen: Wie sie zusammenhängen

Karzinome können die Bildung von Thrombosen auslösen. Beteiligt darin sind sogenannte Mikropartikel, die ins Blut gelangen und es in den Beinvenen gerinnen lassen.

Obwohl der Zusammenhang zwischen Thrombosen (Verschlüssen der Blutgefäße, die durch Aktivierung der Blutgerinnung entstehen) und Karzinomen bereits seit mehr als 100 Jahren bekannt ist, wissen wir nicht wie beispielsweise Karzinome der Bauchspeicheldrüse und des Dickdarms Thrombosen in den Beinvenen auslösen können, einer weit vom Tumor entfernten Stelle des Organismus.

Eine Schlüsselrolle spielt anscheinend die erst kürzlich entdeckte neue Blutkomponente, die Mikropartikel. Das sind kleine Abschnürungen der Zellmembran, die von Karzinomzellen, aber auch von gesunden Zellen gebildet werden können. Neuere Ergebnisse zeigen, dass Mikropartikel auch im Blut vorkommen. Bei Patienten mit Karzinomen sind die Mikropartikel-Spiegel im Blut erhöht oder die Partikel zeigen eine andere Zusammensetzung.

Prof. Bernd Engelmann und Dr. Christiane Bruns (Institut für Klinische Chemie und Chirurgische Klinik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universiät, München) vermuten, dass die Tumoren karzinomatöse Mikropartikel in die Blutbahn abgeben, wodurch die Partikel über den Blutkreislauf auch in die Beinvenen gelangen. Dort könnten sie direkt den Startprozess der Blutgerinnung in Gang setzen und damit zur Bildung von Thrombosen führen.

Wie neue Untersuchungen zeigen, tragen die Mikropartikel tatsächlich ein Eiweiß, dass die Blutgerinnung aktivieren kann. Dieses Eiweiß liegt unter den meisten Bedingungen in inaktiver Form vor. Bleiben die Mikropartikel nach ihrer Passage durch den Blutkreislauf nun an den Gefäßwänden der Beinvenen heften, so könnte es zur Aktivierung des Starter-Eiweißes der Blutgerinnung kommen und damit Thrombosen induziert werden.

Unser Organismus kann Mikropartikel auch wieder aus dem Blutkreislauf entfernen. Dabei spielen wahrscheinlich spezialisierte Zellen des körpereigenen Abwehrsystems eine wichtige Rolle. Der Aufnahmeprozess erfordert, dass die Zellen des Abwehrsystems die von Karzinomen freigesetzten Mikropartikel von Mikropartikeln gesunder Zellen unterscheiden können und als gefährlich einstufen. Ein besseres Verständnis der Entstehung von Thrombosen durch Mikropartikel soll in einem späteren Stadium eine optimalere Diagnose und zielgenaue Behandlung der Karzinom-assoziierten Thrombose ermöglichen.

WANC 18.10.07

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