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Der Konsum von Alkohol produziert Galanin und Galanin fördert den Konsum von Alkohol (Foto: DAK/Wigger)
Warum Trinken mehr Lust auf Trinken macht

Ein natürlicher Signalwirkstoff im Gehirn, Galanin, schürt sowohl den Appetit auf Nahrung und Fett als auch die Lust auf Alkohol. Die Curx dabei: Wer Alkohol trinkt, födert damit die Produktion von Galanin, was wiederrum den Alkoholkonsum anheizt. Dieser ungesunde Kreislauf hat damit Einfluß auf chronisches Trinken.

Diese Erkenntnisse können einen der Mechanismen bei Alkoholabhängigkeit erklären und das Verständnis der Wissenschaftler für den neurologischen Zusammenhang zwischen dem Wunsch nach Alkohol und nach Nahrung verbessern. "Der Konsum von Alkohol produziert Galanin und Galanin fördert den Konsum von Alkohol", erklärt Bartley Hoebel von der Princeton Universität.

Bei Galanin handelt es sich um einen Typ eines kleinen Proteinfragments, der Neuropeptid genannt wird. Im Rahmen früherer Forschungstätigkeiten wurde nachgewiesen, dass es eine Rolle beim Appetit spielt, speziell auf fettige Nahrung. Der Konsum von Fett führt dazu, dass ein Teil des Gehirns, der Hypothalamus, mehr Galanin produziert, was wiederum den Appetit auf Fett steigert. Bei einer gesunden Person gibt es aber entgegenwirkende Signale, die diesen Kreislauf unterbrechen.

Tiere, denen Galanin verabreicht und Zugang zu Alkohol verschafft wurde, nahmen verstärkt Alkohol zu sich anstatt zu fressen. Dieser Effekt war besonders während der Tagesstunden bemerkenswert, wenn die nachtaktiven Tiere normalerweise nicht viel essen und trinken.

"Alkohol hat zweifelsohne Wechselwirkungen mit Systemen, die die Nahrungszufuhr kontrollieren", so Studienleiter Michael Lewis. Als den Tieren ein Medikament verabreicht wurde, das die Effekte des Galanins blockierte, behielten sie normale Ess- und Trinkgewohnheiten bei. "Möglicherweise wird eines Tages ein Medikament entwickelt, das Galanin blockiert, um Alkoholismus zu bekämpfen", so Hoebel, der aber einräumt, dass dieser Zeitpunkt noch weit entfernt ist, weil es sehr schwierig ist, Medikamente zu schaffen, die übers Blut ins Gehirn gelangen und mit Neuropeptid-Rezeptoren interagieren.

WANC 20.12.04/pte
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