Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 


Autofahrer, die unter Schlafstörungen leiden, bauen öfter Unfälle
Schlecht geschlafen - Unfallgefahr

Schlafstörungen erhöhen das Risiko für einen Verkehrsunfall um das zwei- bis achtfache.

Mindestens zwei Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer zwischen 30 und 60 leiden am sogenannten Schlafapnoe-Syndrom: "Während des Schlafs kollabieren ihre oberen Atemwege, sie erleiden einen ständigen Sauerstoffmangel und bekommen so keinen erholsamen Tiefschlaf", erläutert Dr. Maritta Orth von der Klinik für Pneumologie in den BG-Kliniken Bergmannsheil.

Die Betroffenen sind den ganzen Tag müde und neigen dazu, einzuschlafen. Ihr Risiko für Verkehrsunfälle ist um das zwei- bis achtfache erhöht. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, lässt messen. Die Ärzte des Bergmannsheil führen neben Befragungen der Patienten computergestützte neurophysiologische und psychologische Tests durch, um die Konzentrationsfähigkeit zu testen. "Unsere Spezialität ist aber der Fahrsimulator", so Orth, "darin lässt sich die komplexe Autofahrleistung realitätsnah erfassen."

Die Anzeichen für eine Schlafapnoe sind laut Dr. Christoph Schenck, Ambulantes Schlafzentrum Osanbrück:
  • Lautes Schnarchen, von dem man selbst wach wird, evtl. Begleitet von Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Konzentrationsmangel am folgenden Tag.
  • Starkes, unregelmäßiges Schnarchen mit mehr als 10 Atempausen pro Stunde, jeweils länger als 10 Sekunden (Dies sind jedoch nur Richtwerte, die insbesondere ein Alleinlebender nicht durch Eigenbeobachtung ermitteln kann.)
  • Schnarchen im Intervall; im normalen Schlaf treten plötzlich schnappende Schnarchtöne auf. Nach einer Atempause öffnet sich dann bei tiefer Einatmung der Nasen-Rachenraum mit einem "Schnarchton". Meist stellen Partnerin oder Partner fest, daß der normale Atemrhythmus unterbrochen ist und Atempausen bestehen.
  • Durch die Weckreaktion, die das Atemzentrum zur Aktivität mahnt und auch den Patienten wach macht, wird die normale Schlafarchitektur, d. h. der normale Schlafablauf mit Traum- und Tiefschlafphasen, erheblich gestört. Daraus resultieren Anstiege von Blutdruck und Herzfrequenz. Bei vielen Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, kann allein dies schon zu schlimmen Situationen führen.
  • Morgendliche Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfdruck und Mattigkeit ("wie gerädert").
  • Konzentrationsschwäche und Leistungsminderung am Arbeitsplatz und in der Freizeit.
  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Schlafzwang, insbesondere bei monotonen Tätigkeiten ( bei langen Autofahrten, am Schreibtisch, beim Lesen, beim ruhigen Sitzen während der Mittagspause, beim Telefonieren, beim ruhigen Gespräch usw.).
  • Probleme in Beruf, Familie und Freundeskreis: durch Antriebsarmut, Schwerfälligkeit, verminderte Einsatzbereitschaft und ständige Müdigkeit entstehen Konflikte mit den Mitmenschen.
  • Auch Depressionen und Potenzstörungen sind nicht selten.
  • Lärmbelästigung durch das laute Schnarchen: insbesondere für Partner, aber auch für Nachbarn und auch für Freunde in der Freizeit. Oft resultieren Isolation und ein zu psychischen Störungen führendes Schamgefühl.
  • Unruhiger Schlaf, nächtliches Schwitzen und vermehrtes Wasserlassen als weitere typische Symptome. Manche Patienten stöhnen und schreien unbewußt im Schlaf, rudern mit den Armen und wälzen sich im Bett herum während der Apnoephasen. Das zerwühlte Bett am Morgen kann auch für Singles ein Hinweis sein.

    Die Behandlungsmöglichkeiten beschreibt die Universtitäts-HNO-Klinik Mannhein:
  • Gewichtsreduktion: Übergewichtigen OSAS-Patienten muß man stets eine Gewichtsreduktion empfehlen, da bereits die Normalisierung des Körpergewichts den Apnoeindex unter den klinisch relevanten Schwellenwert senken kann.
  • Medikamentöse Therapie: häufig wird Theophyllin (z.B. Bronchretardâ ) eingesetzt. Bei ausgeprägtem OSAS ist dies jedoch selten ausreichend.
  • Beatmungstherapie: CPAP (kontinuierliche Luftdruckerhöhung in den oberen Atemwegen)- und BiPAP (Möglichkeit, bei Einatmung und Ausatmung verschiedene Drücke einzustellen) -Geräte.
  • Apparative Therapie: Bißschienen nach dem Esmarch-Prinzip (nächtliche Progenie)
  • Operative Therapie: hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, deren Einsatz für den einzelnen Patienten entschieden werden muß. Manche sind nur für das harmlose Schnarchen geeignet.
  • Septumplastik = Begradigung der Nasenscheidewand
  • Muschelkappung = Verkleinerung der Nasenmuscheln
  • UPPP (Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik) = Straffung des Weichgaumens
  • Uvulaflap = Verlagerung des Zäpfchens
  • Radio - Frequenz - Therapie des Zungengrundes= Schrumpfung des Zungengrundes
  • Radio - Frequenz - Therapie des Weichgaumens = Straffung des Weichgaumens mit Radiofrequenzenergie

    WANC 21.04.05

  • Sanfte Musik für ruhigen Schlaf

    Wenn Schnarchen die Beziehung killt

    Schlafmangel: Gefährdet Beziehung und Job

    Ratgeber Schlafstörungen

     
    Seite versenden  
    Seite drucken