Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Körper
Übergewicht: Identifikation von appetitzügelnden Zellen im Gehirn versprechen neue Behandlungswege (Foto: vienna-doctor.com)
Übergewicht: Das Gehirn ist mitverantwortlich

Bestimmte Hormone versorgen das Gehirn mit dem Signal „Hunger“ oder „satt“. Wenn man diese Signale beeinflussen könnte, erhoffen sich Wissenschaftler neue Therapien gegen Übergewicht. Jetzt wurden die Zellen ausfindig gemacht, die im Gehirn die Botschaften empfangen.

Die körpereigenen appetitzügelnden Hormone Leptin und CNTF (Ciliary Neurotrophic Factor) bremsen den Hunger, indem sie gezielt auf das Appetitzentrum des Gehirns, den so genannten Hypothalamus, wirken. Die Genetikerin Ruth Janoschek von der Universität Köln hat die Zellen im Hypothalamusausfindig gemacht, die dafür verantwortlich sind, dass einem der Appetit vergeht.

Hoffnungen, dass sich das 1994 entdeckte Hormon Leptin als wirkungsvolles Mittel zur Behandlung von Übergewicht erweisen könnte, haben sich zerschlagen, als man feststellte, dass die meisten fettleibigen Menschen einen hohen Spiegel dieses Hormons aufweisen. Bei ihnen wirkt das Hormon nicht, weil das Gehirn resistent dafür geworden ist.

Gegenüber CNTF ist das Gehirn zwar nicht unempfindlich. Dieses Hormon hat jedoch als Nachteil, dass das Immunsystem Abwehrstoffe bildet, die CNTF unwirksam machen. Der daran zugrunde liegende Mechanismus konnte bisher jedoch nicht entschlüsselt werden.

Janoschek hat nun aufklären können, welche Zellen im Hypothalamus die appetithemmende Wirkung von CNTF verursachen. Sie führte dazu Experimente mit so genannten Knock-Out-Mäusen durch, bei denen das "gp130-Eiweiß" in bestimmten Zellen des Hypothalamus, den Proopiomelanocortin (POMC)-Zellen, fehlte. Gp130 ist verantwortlich für die Signalweiterleitung von CNTF.

Im Gegensatz zu normalen Mäusen, bei denen CNTF zu Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme führt, hatte dieses Hormon in den untersuchten Mäusen keine Auswirkungen. Damit konnte Janoschek belegen, dass POMC-Zellen an der appetitzügelnden Wirkung von CNTF zugrunde liegen.

WANC 22.06.06/pte

Spaß am Essen erhält die schlanke Linie

Extremes Überge- wicht: Medikamen- te bringen wenig

 
Seite versenden  
Seite drucken