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Teure Medizin: Mit Sirolimus beschichteter Stent kostet 2000 Euro (Foto: Klinikum Rechts der Isar)
Gefäßverschluß: Pilzwirkstoff von der Osterinsel hilft

Metallröhrchen zur Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße – sogenannte Stents – sollen einer erneuten Gefäßverstopfung vorbeugen. Dieser Schutz funktioniert noch besser, wenn diese Stents mit dem Antibiotikum Sirolimus statt mit dem Krebsmittel Paclitaxel beschichtet sind. Das Antibiotikum wird aus einem auf der Osterinsel wachsenden Pilz gewonnen.

Patienten, deren Herzkranzgefäße verengt sind, erhalten in der Regel kleine röhrenförmige Drahtgeflechte, sogenannte Stents, zur Aufdehnung der Gefäße. Diese 1986 zum ersten Mal angewandte Methode revolutionierte die Therapie der koronaren Herzerkrankung. Für den Eingriff reicht ein kleiner Schnitt in der Leiste. Dann führt der Arzt einen Katheter bis zu den Herzkranzgefäßen ein und platziert den Stent millimetergenau an der verengten Stelle. Der Patient benötigt keine Narkose und spürt während des Eingriffs keine Schmerzen. Jährlich werden so weltweit über zwei Millionen Menschen – in Deutschland sind es rund 150.000  – behandelt.

Doch die Methode birgt ein Risiko: Bei über einem Drittel der Patienten kommt es zu Komplikationen, da die künstlichen Gefäßstützen eine Fremdkörperreaktion hervorrufen. Die irritierte Wand des Blutgefäßes bildet verstärkt neue Zellen, diese wandern in das Blutgefäß ein und drohen es erneut zu verstopfen. Bei fast 20% der Stent-Patienten muss daher nach rund sechs Monaten ein erneuter Eingriff erfolgen. Dies bedeutet nicht nur eine Belastung für den Patienten, sondern verursacht auch hohe Kosten für das Gesundheitswesen.

Ende der 1990er Jahre versuchte man mit einem eleganten Trick die Nebenwirkungen der Gefäßstützen abzumildern. Medizintechniker beschichteten den Stent mit Medikamenten, die der Neubildung von Zellen entgegenwirken. Die Idee hatte Erfolg. Der medikamenten-beschichtete Stent verringerte die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Gefäßverengung (Restenose) auf unter 10%.

„Doch auch diese Zahl“, so Professor Adnan Kastrati, Oberarzt an der TU-Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen im Münchner Herzzentrum „erschien uns immer noch zu hoch“. Eine Möglichkeit, die Gefahr einer Restenose noch weiter zu senken, ist die Wahl des richtigen Medikaments. Zwei Substanzen haben sich dabei auf dem Markt durchgesetzt: Der Eibenwirkstoff Paclitaxel und das in Pilzen der Osterinsel Rapa Nui entdeckte Antiobiotikum Sirolimus. 

Die Mediziner verglichen bei 250 Patienten mit Diabetes den Sirolimus beschichteten Stent mit dem Paclitaxel beschichteten Stent. Die Ergebnisse der Studie zeigen einen eindeutigen Vorteil des Pilzwirkstoffs Sirolimus. Patienten, deren Gefäße mit einem Sirolimus beschichteten Stent abgestützt wurden, hatten im Beobachtungszeitraum von sechs bis neun Monaten ein um 50% geringeres Risiko für eine erneute Gefäßverengung als die Gruppe, deren Stents mit Paclitaxel beschichtet waren. 

Auch die Analyse weiterer verfügbarer Daten von 3669 Patienten bestätigte die Überlegenheit der mit Sirolimus beschichteten Stents: Sirolimus senkte das Risiko einer erneuten Verengung der Herzkranzgefäße im Vergleich zu Paclitaxel um ein Drittel.

WANC 23.08.05
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