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Vor allem nächtliches Starten und Landen von Flugzeugen wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus (Foto: Fraport AG Fototeam Andreas Reinhardt)
Belastender Lärm: Gerade Menschen in der Nähe von Flughäfen klagen über Belastungen der Gesundheit (Foto: Fraport AG Fototeam Andreas Reinhardt)
Lärm schadet dem Herz

Laute Geräusche sind schlecht für das Herz. Bereits bei 60 Dezibel erhöht sich das Risiko für einen Herzanfall um das Zwei- bis Dreifache.

Das Leben oder Arbeiten in einer lauten Umgebung kann das Herzrisiko eines Menschen erhöhen. Umweltlärm wie Verkehrsgeräusche erhöht das Risiko eines Herzanfalls um das Zwei- bis Dreifache. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Das Risiko scheint eher mit der Lautstärke des Lärms in Zusammenhang zu stehen als mit seiner Art. Die Studienautoren argumentieren daher, dass die bestehenden Sicherheitsrichtlinien eigentlich strenger sein sollten.

Experten wie Belinda Linden von der British Heart Foundation wiegeln dagegen ab. Sie erklären, dass kein Anlass zur Besorgnis bestehe. Vielmehr sei eine weitere Erforschung dieses Bereiches erforderlich.

Der leitende Wissenschafter Stefan Willich weist darauf hin, dass man es anscheinend mit einem Grenzwert zu tun habe, bei dem ein Risiko auftritt. Bei einer Überschreitung dieses Wertes, der bei rund 60 Dezibel liegt, bleibe das Risiko konstant. 60 Dezibel entsprechen dem Geräuschpegel, der für ein großes, belebtes Büro typisch ist.

Die Forscher verglichen mehr als 2.000 Herzpatienten mit mehr als 2.000 Kontrollpatienten, die in Berlin zwischen 1998 und 2001 in entsprechende Krankenhausabteilungen eingeliefert worden waren. Eine chronische Belastung durch Lärm wurde in der Folge mit einem leicht bis mittel erhöhten Risiko eines Herzanfalles in Zusammenhang gebracht.

Ein Mechanismus, der diesen Zusammenhang erklären könnte, ist laut Willich, dass Lärm den psychologischen Stress und Ärger erhöhen und so zu physiologischen Veränderungen im Körper führen kann. Dazu gehören erhöhte Werte bei Adrenalin und Noradrenalin, die mit einem erhöhten Blutdruck und einer Veränderung der Plasmalipide in Verbindung gebracht werden.

"Derartige Mechanismen können durch persönliche Parameter noch weiter verändert werden. Dazu können die Rauchgewohnheiten oder Stress durch das Einhalten von Fristen gehören. In diesem Fall entspräche der von außen kommende Lärm einem Risikofaktor, der zum Entstehen einer Atherosklerose und einer kardiovaskulären Erkrankung beiträgt." Willich plant weitere Untersuchungen. Der derzeitige Grenzwert von 85 Dezibel sei jedoch auf jeden Fall zu hoch. Er solle viel eher zwischen 65 und 75 Dezibel liegen.

WANC 24.11.05/pte

 
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