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Schilddrüse: Störungen werden häufig nicht erkannt

Im Jahr 2002 wurden die Schilddrüsenfunktion der Parlamentarier des Deutschen Bundestages untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend: Bei über 20 Prozent der Bundestagsabgeordneten stellten die Ärzte eine vergrößerte Schilddrüse fest. 29 Prozent haben bereits Knoten und 11,5 Prozent eine vergrößerte Schilddrüse mit Knoten.

Für ganz Deutschland gilt: Jeder dritte Erwachsene leidet an einer zu großen Schilddrüse und Knoten. Die Störungen der Schilddrüsenfunktion werden jedoch häufig nicht als solche erkannt, da die Betroffenen nur unzulänglich über die Anzeichen einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion informiert sind.

"Alle Zellen des Körpers und alle Organe werden direkt durch die Schilddrüsenhormone beeinflusst. Sowohl die Muskel- und Nervenfunktionen, das Gehirn und die Knochen bis hin zu Haut und Haaren stehen direkt unter dem stimulierenden Einfluss der Schilddrüse", erklären Prof. Dr. Peter Pfannenstiel und Prof. Dr. Lothar-Andreas Hotze. Somit hat eine Störung der Schilddrüsenfunktion beispielsweise auch Auswirkungen auf das Herz: Bei einer Unterfunktion schlägt es oft sehr langsam, bei einer Überfunktion neigen die Betroffenen zu schnellem Herzschlag bis hin zu Herzrasen oder Rhythmusstörungen. Menschen mit einer Unterfunktion frieren schnell, werden depressiv und neigen zu Haarausfall. Diese Form der Schilddrüsenfehlfunktion ist weit häufiger verbreitet, so die Schilddrüsenexperten Pfannenstiel und Hotze.

Für den Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt der menschliche Körper Jod – und zwar täglich zwischen 150 und 250 Mikrogramm. Ist zu wenig Jod in der Nahrung vorhanden, kompensiert die Schilddrüse diesen Mangel: Sie bildet vermehrt Schilddrüsenzellen und die Größe der einzelnen Zellen nimmt zu. Diese Mechanismen führen letztendlich zu einer Schilddrüsenvergrößerung – dem Kropf. Derzeit haben etwa 35 bis 40 Prozent aller erwachsenen Deutschen einen solchen Kropf. Sowohl die Vorbeugung als auch die Behandlung eines Jodmangelkropfes ist jedoch meist problemlos und nebenwirkungsfrei. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Ernährung: Nennenswerte Jodmengen kommen bei naturbelassenen Lebensmitteln nur in Meeresfürchten und Fisch vor. Jedoch verwendet die Nahrungsmittelindustrie für fast alle aufbereiteten Lebensmittel jodiertes Speisesalz. Isst man zusätzlich einmal die Woche Seefisch oder Meeresfrüchte sowie ausreichend Brot und Milch und wird das Essen mit Jodsalz gewürzt, kann einer Schilddrüsenunterfunktion vorgebeugt werden.

WANC 30.07.03
Quelle: Peter Pfannenstiel, Lothar-Andreas Hotze: Wirksame Hilfe für die Schilddrüse; TRIAS, Stuttgart

Forum Schilddrüse

Arbeitskreis Jodmangel

Schilddrüsen-Liga

 
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