Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Medikament gegen Diabetes kann Alzheimer aufhalten

Verschiedene Wirkstoffe gegen Diabetes, sogenannte Antidiabetika, können das Risiko von Patienten mit Typ-2-Diabetes verringern, an Alzheimer und einer anderer Demenz zu erkranken. Diabetiker sind besonders gefährdet, neben ihrer Diabetes auch eine Demenz zu entwickeln. Ob sich die Wirkstoffe auch für Nichtdiabetiker zur Prävention von Demenzen eignen, muss erst noch erforscht werden.

Die Auswertung von Daten von 145.928 Patienten/innen im Alter ab 60 Jahren hat bestätigt, dass Diabetiker grundsätzlich ein höheres Risiko für eine Demenzerkrankung tragen. Die genauen Zusammenhänge, warum das so ist, sind bisher noch nicht vollständig bekannt. Ärzte gehen aber davon aus, dass bei einem Diabetes Typ 2 der Zuckerstoffwechsel gestört, weil das dafür entscheidende Hormon Insulin seine Wirkung nicht richtig entfaltet. Im fortgeschrittenen Stadium stellt der Körper die Produktion von Insulin dann sogar ein, weshalb es extern zugeführt werden muss.

Unter dem Mangel an Insulin leidet auch die geistige Gesundheit. Vor allem, weil sich im Gehirn vermehrt schädigende Eiweiße ablagern und weil die mit dem Diabetes einher gehenden Entzündungsprozesse auch die Nervenzellen zerstören können.

Der Wirkstoff Pioglitazon,  der solange als Therapie von Diabetes eingesetzt wird, wie der Körper noch eigenes Insulin herstellt, scheint einen "bemerkenswerten positiven Nebeneffekt" zu haben. Er war in der Lage, das Risiko einer Demenzerkrankung wesentlich verringern - und zwar je länger die Behandlung dauerte, umso geringer wurde das Risiko. Wurde der Wirkstoff mindestens zwei Jahre verabreicht, so erkrankten die behandelten Diabetiker um 47 Prozent weniger oft als Nicht-Diabetiker.

Bei einer Nutzung unter zwei Jahren, wirkte sich die Behandlung so aus, dass das Risiko um 16 Prozent erhöht blieb. Zum Vergleich: Diabetespatienten, die das Medikament nicht erhalten hatten, waren um 23 Prozent mehr für eine Demenzerkrankung gefährdet. Auch Metformin – ein anderes, häufig verschriebenes Antidiabetikum – senkte das Risiko für eine Demenz. Seine Wirkung war jedoch geringer als die von Pioglitazon.

Was den Schutz ausmacht, lässt sich am besten mit der verbesserten Wirkung des körpereigenen Insulins erklären. Das sorgt offenbar dafür, dass Entzündungen gehemmt und Ablagerungen im Gehirn verhindert werden. Eine vorbeugende Wirkung scheint der  Wirkstoff ebenfalls zu entfalten, also noch bevor sich die Symptome einer Demenz bemerkbar machen. Ob dieser Effekt nur für Diabetiker gilt oder auch bei Nicht-Diabetikern auftreten kann, dass wollen die Wissenschaftler vom DSZNE - Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen – noch gezielt untersuchen.

26.06.2015/ Quelle: Annals of Neurology 2015

Diabetes wird meist von anderen Erkrankungen begleitet

Diabetiker: Stärker für Demenz gefährdet

Unterzuckerung kann Demenz beschleunigen

 
Seite versenden  
Seite drucken