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Diabetische Neuropathie: Die Augenhornhaut verrät das Ausmaß der Schäden

Diabetes kann das Herz und die Blutgefäße schädigen. Doch die häufigsten Schädigungen verursacht Diabetes an den Nerven. Zwischen 25  und 30% aller Diabetiker leiden unter diesen Schädigungen, die Ärzte diabetische Neuropathie nennen. Nicht immer wird das Krankheitsbild früh genug erkannt, weshalb es mitunter zu schweren Folgen kommen kann. Eine neue Untersuchungsmethode macht es jetzt möglich, über die Hornhaut des Auges Schäden am gesamten Nervensystem zu entdecken.

Neuropathien (Nervenschädigungen) werden als Spätfolge des Diabetes gefürchtet. Dazu kommt es, weil ein dauerhaft erhöhter Blutzucker das Nervensystem angreift. Betroffen sind vor allem die unter der Haut liegenden Empfindungs- und Bewegungsnerven. Das führt zu Schmerzen und Taubheitsgefühlen, deren Folgen dramatisch sein können: Es kommt zu Lähmungen von Gliedmaßen, Herzrhythmusstörungen, Blasenschwäche, Erektionsproblemen oder Magenlähmung (diabetische Gastroparese). Häufig spüren die Betroffenen kleinere Fußverletzungen nicht mehr, woraus sich chronische Entzündungen entwickeln, die schließlich in einigen Fällen sogar eine Amputation einzelner Zehen oder des gesamten Fußes erfordern. 



Professor Dr. med. Rudolf Guthoff, Direktor der Universitätsaugenklinik Rostock, weiß, dass es bisher recht schwierig ist, eine Neuropathie früh und zuverlässig zu diagnostizieren. Als einziger Weg blieb, Gewebeproben aus betroffenen Gebieten des Beines zu entnehmen. Doch das belastet den Patienten und war "aber trotzdem nicht immer zuverlässige Methode".

Guthoff hat mit seinem Team eine andere Möglichkeit gefunden. „Wir wissen, dass das Auge Nervenschädigungen am gesamten Körper widerspiegelt." Mit einem speziellen Laser-Mikroskop vermessen die Ophthalmologen das Nervenfasergeflecht der Hornhaut und können dadurch Rückschlüsse auf das Nervensystem des Körpers ziehen. Als direkter Gradmesser für das Ausmaß der Neuropathie dienen Nervenfaserlänge, Nervenfaserdichte und Anzahl der Verzweigungen. 



„Mit dem Mikroskop können wir die diabetische Neuropathie frühzeitig diagnostizieren, bevor es zu schweren Schäden kommt“, erklärt Guthoff. Allerdings: Behandeln kann man die Erkrankung bisher noch nicht. Man kann vorbeugen, indem der Blutzucker des Patienten gut eingestellt wird. Außerdem muss er auf  Bagatellverletzungen am Fuß achten und regelmäßig seine Füße pflegen oder pflegen lassen. 



Guthoff geht aber davon aus, dass die neuen diagnostischen Möglichkeiten die Entwicklung neuer Medikamente nach sich ziehen wird. Denn nun können Pharmafirmen die Wirksamkeit eines Neuropathie-Präparats erstmals eindeutig und frühzeitig nachweisen.



Berliner Ärzteblatt 12.09.2013/ Quelle: 111. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)

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