Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Besser informiert: Onkologie
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Viel Fleisch macht Diabetes wahrscheinlicher

Wer viel Fleisch isst, bekommt eher Diabetes. Doch hinter dem simpel klingenden Ergebnis einer Studie, verbergen sich gar nicht so simple Zusammenhänge. So hat auch dieses Studie nicht letztlich klären können, ob der Fleischkonsum wirklich ursächlich für die Erkrankung ist. Ziemlich sicher ist man sich dagegen hierbei: Viel rotes Fleisch und viel verarbeitetes Fleisch – z.B. Wurst – erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Diabetes.
 
Die Wissenschaftler der Harvard School of Public Health in Boston beobachteten von 1980 bis 2008 in drei Studien über 200.000 Frauen und Männer. Die Personen wurden alle vier Jahre zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. In der Studienzeit entwickelten sich 13.759 Diabetes-Fälle. Bei der Auswertung dieser Fälle ergab sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und dem Auftreten von Diabetes Typ 2. Rotes Fleisch kommt vom Rind, Schaf, Schwein und Wild. Die Erhöhung des Risikos durch den Fleischkonsum rangierte zwischen 12% und 32%.

Bei einer anderen Untersuchung wurden 442.101 Menschen überprüft. Es wurden 28.228 Diabetes-Fälle entdeckt. In dieser Kontrolle bestätigte sich die Einschätzung, dass Menschen, die häufig rotes Fleisch verzehren, ein erhöhtes Diabetesrisiko tragen. Deutlich wurden jedoch Risikounterschiede für rotes rohes und rotes verarbeitetes Fleisch – also vor allem Wurstwaren. Der tägliche Verzehr von 100 Gramm nicht verarbeitetem rotem Fleisch erhöhte das Diabetesrisiko um 19%. Doch der tägliche Verzehr von nur 50 Gramm Wurst steigerte das Diabetesrisiko sogar um 51%.

Ein streng wissenschaftlicher Beweis dafür, dass Fleischkonsum tatsächlich Diabetes verursacht, ist das noch nicht. Warum die Vermutungen über die Zusammenhänge dennoch stimmen können, zeigen Erklärungsversuche. Wer nämlich häufig rotes Fleisch isst, nimmt große Mengen Eisen zu sich. Eisen in großen Mengen kann aber die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigen. Wer viel Wurst vertilgt, verzehrt damit hohe Mengen von Natrium und Nitrit. Doch gerade die sind ungesund. Und Menschen, die große Portionen Fleisch vertilgen, sind eher übergewichtig. Zu viele Pfunde erhöhen aber das Diabetesrisiko.

Die Studie gibt auch Hinweise, wie Betroffene ihr Risiko senken können. Ersetzt man eine Fleischportion am Tag durch Nüsse, fettarme Milchprodukte und Vollkornprodukte, reduziert das das Erkrankungsrisiko um 16-35%.



Berliner Ärzteblatt 11.08.2011/ Quelle: American Journal of Clinical Nutrition,10, 2011, doi: 10.3945/ajcn.111.018978
Welche Obstsorte hat den größten Effekt auf den Blutzucker?

Was sind normale Blutzuckerwerte?

Was sind "gute" Kohlenhydrate für Diabetiker?

Wie äußert sich ein Typ-2-Diabetes in der Frühphase?

Kann ich mit Diabetes noch täglich Eier essen?

 
Seite versenden  
Seite drucken