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Babys mit Infektionen der Atemwege weinen oft, weil ihnen das Atmen schwer fällt. Und außerdem wächst ihre Gefahr, an Diabetes zu erkranken. (Foto: Stock photo)
Babys mit Infektionen der Atemwege weinen oft, weil ihnen das Atmen schwer fällt. Und außerdem wächst ihre Gefahr, an Diabetes zu erkranken. (Foto: Stock photo)
Atemwegsinfekte bei Kindern: Risiko für Typ-1-Diabetes steigt

Wer in den ersten sechs Monaten seines Leben eine Virusinfektionen der Atemwege erleidet, muss leider mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes rechnen. Andere virale Infektionen erhöhen das Diabetesrisiko auch nicht annähernd in diesem Rahmen. 

Das Helmholtz Zentrum München hat Daten von fast 300.000 Kindern analysiert, die zwischen 2005 und 2007 in Bayern geboren worden waren, und zwar in wie weit Infektionen mit einem späteren Auftreten von Typ-1-Diabetes zusammen hingen. Die Infektionen wurden dabei aufgeschlüsselt nach der Lokalisation der Symptome (wie etwa Haut, Augen, Magen-Darm-Trakt oder Atemwege), den Ursachen (Bakterien, Viren oder Pilze) und dem Lebensalter (vierteljährlich ab Geburt). Insbesondere wurden Infektionen unterschieden, die von der Geburt bis zum 3. Lebensjahr und vom 3. bis zum 6. Lebensjahr auftraten. 

Wissenschaftler Dr. Andreas Beyerlein beschreibt die Erkenntnisse: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass virale Atemwegserkrankungen innerhalb der ersten sechs Lebensmonate das Risiko für Kinder, an Typ-1-Diabetes zu erkranken, signifikant erhöhen.“ Infektionen, die später oder an anderen Organen auftraten, waren nicht mit einem deutlich erhöhten Risiko verbunden. Bei einer Zwischenauswertung vor zwei Jahren hatte das Resultat nocht etwas anders ausgesehen. Damals wurde der Zusammenhang zwischen einer Virusinfektion und Typ-1-Diabetes als unwahrscheinlich bezeichnet. Diese Ergebnisse standen im Gegensatz zu anderen Studien, die den Zusammenhang durchaus erkannten.

Jetzt zeigte sich, dass 92,9% aller untersuchten Kinder innerhalb der ersten beiden Lebensjahre mindestens an einer Infektion erkrankten. Bei Kindern mit Typ-1-Diabetes lag der Anteil bei 96,7%. Am häufigsten (87,1%) wurden Atemwegs- und virale (83,5%) Infektionen diagnostiziert. 

Bei Kindern, die bis zum achten Lebensjahr einen Typ-1-Diabetes entwickelten, lag der Anteil derjenigen mit einer Atemwegsinfektion bei 38,6%, bei denen, die keinen Diabetes bekamen, bei 34,2%. Die Wissenschaftler errechneten eine Erhöhung des Risikos für Diabetes infolge von Atemwegsinfektionen um 17%. 

Eine virale Infektion in den ersten sechs Lebensmonaten wurde bei 33,8% der Kinder gefunden, die später an Typ-1-Diabetes erkrankten. Und bei 29,4% der Kinder, die nicht an Diabetes erkrankten. Die virale Infektion vergrößerte das Diabetesrisiko um 19%.

09.05.2016/ Quelle: JAMA

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