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Ballaststoffreiche Ernährung schützt Kinder nicht vor Diabetes

Erkrankungen, die auf entzündliche Prozesse oder eine Autoimmunreaktion zurückgehen - wie Dickdarmkrebs, das Reizdarmsyndrom oder Typ 1 Diabetes, sollen durch eine ballaststoffarme Ernährung ausgelöst werden. Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass  eine ballaststoffhaltige Diät – insbesondere mit einem hohen Anteil an löslichen Ballaststoffen – diese  Erkrankungen bei Kindern verhindern könnte. Doch die Hoffnung scheint sich nicht zu erfüllen. 

Wissenschaftler haben Ernährungsprotokolle von über 3358 amerikanischen und deutschen Kindern ab einem Alter von neun Monaten bis zum 48. Lebensmonat ausgewertet. Dabei wurde vor allem der Inselautoantikörper-Status der Kinder überprüft. Der ist deshalb so wichtig, weil sobald ein oder mehrere Inselautoantikörper im Blut nachweisbar sind, man von einer „Inselautoimmunität“ spricht. Bei mehreren Inselautoantikörpern entwickeln nahezu 100 Prozent der Betroffenen innerhalb von 20 Jahren einen Typ 1 Diabetes. 

Warum lösliche Ballaststoffe vor einer derartigen Entwicklung schützen können sollten? Bei der Verdauung löslicher Ballaststoffe entstehen kurzkettige Fettsäuren. Denen werden antientzündliche Eigenschaften zugeschrieben. Denn sie beeinflussen die Zusammensetzung der Darmflora und die darin angesiedelten Mikroorganismen, die in enger Verbindung mit dem Immunsystem stehen und auf dessen Funktionieren Einfluss nehmen.

Bei Menschen mit Typ 1 Diabetes sieht die Darmflora ganz anders aus als die von gesunden Personen. Diabetesforscher wollten nun durch die reichliche Zufuhr von löslichen Ballaststoffen in den ersten beiden Lebensjahren das Entstehen einer Inselautoimmunität verhindern. In diesem Lebensabschnitt treten die meisten Fälle von Inselautoimmunität auf. 

Doch die ballaststoffhaltige Kost konnte das Risiko für das Entstehen einer späteren Inselautoimmunität beziehungsweise eines Typ 1 Diabetes nicht vermindern. „Unsere Auswertungen legen den Schluss nahe, dass eine ungenügende Ballaststoffzufuhr keinen direkten Einfluss auf entzündliche Prozesse im Körper hat, die zu Typ 1 Diabetes führen“, fasst Dr. Andreas Beyerlein, Statistiker vom Institut für Diabetesforschung die Ergebnisse zusammen.  Deshalb sei man von Diätempfehlungen zur Vorbeugung von Typ 1 Diabetes derzeit noch weit entfernt.

22.07.2015/ Quelle: Am J Clin Nutr 

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