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Gesünder zu leben, bewahrt Diabetiker nicht vor Herzinfarkten

Die Empfehlungen ähneln sich: Menschen mit Typ-2-Diabetes sollen auf ihre Ernährung achten und ihre Kalorien reduzieren, sich ordentlich sportlich betätigen und so ihr Gewicht reduzieren. Doch lohnt die ganz Plackerei? Eigentlich schon, doch unter dem Strich waren die Vorteile nicht so gravierend.

Beobachtet wurden 5145 Patienten im Alter zwischen 45 und 75 Jahren mit Typ-2-Diabetes, die außerdem noch übergewichtig oder sehr stark übergewichtig waren über einen mittleren Zeitraum von 9,6 Jahren. Die eine Hälfte dieser Gruppe lebte unverändert weiter. Die andere musste ihren Lebensstil radikal ändern. Sie reduzierte die tägliche Kalorienaufnahme auf 1200 bis 1800. Dabei durften Fette einen Anteil von 30% nicht überschreiten und der der Proteine sollte über 15% liegen. Außerdem mussten die Betroffenen in der Woche mindestens drei Stunden Sport treiben.

Im ersten Jahr war der Erfolg der Lebensstiländerung enorm. Die Patienten, die das Programm verfolgten, verloren 8,6% ihres Körpergewichtes, die in der anderen Gruppe nur 0,7%. Beim Ende der Studie betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust in der Gruppe mit verändertem Lebensstil 6%, in der Kontrollgruppe 3,5%. Auch sonst zeigten sich Erfolge des Programms: der Taillenumfang war stärker geschrumpft, die Fitness deutlich gestiegen, die meisten Risikofaktoren für ein Herz-Kreislauf-Problem hatten sich vermindert und der Hämoglobinwert, der auf die Höhe des Blutzuckers deutet, war gesunken.

Obwohl diese Ergebnisse deutlich für ein Veränderung des Lebensstils sprechen, waren die Programme letztlich nicht erfolgreich. Denn in der Studie zeigte sich, dass die Begeisterung der Teilnehmer schon im zweiten Jahr abflaute und damit auch die Wirkung zurück ging. In der Gruppe mit der Lebensstiländerung verstarben oder mussten 403 Patienten in ein Krankenhaus wegen Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen schweren Herz-Kreislauf-Beschwerden eingeliefert werden. In der Kontrollgruppe waren es 418 Patienten.

Das ist laut Studie keine ausreichende Verminderung, um einen Erfolg verkünden zu können. Prof. John Jakicic, der die Studie begleitet hat, sagt dennoch: "Obwohl die Ergebnisse bei der Senkung von Herz-Kreislauf-Problemen nicht gerade für ein Programm der Lebensstiländerung sprechen, heißt das noch lange nicht, dass Typ-2-Diabetiker nicht ihr Übergewicht vermindern und sportlich aktiver werden sollten. Denn sowohl der Gewichtsverlust wie die besser körperliche Verfassung bringen viele andere gesundheitliche Vorteile."


Berliner Ärzteblatt 30.07.2013/ Quelle: N Engl J Med 2013
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