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Luftverschmutzung - hier Köln bei Smog - erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Atemwegserkrankungen und Diabetes (Foto: Thomas Max Müller  / pixelio.de)
Luftverschmutzung - hier Köln bei Smog - erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Atemwegserkrankungen und Diabetes (Foto: Thomas Max Müller/ pixelio.de)
Luftverschmutzung ist Risiko für Diabetes

Schon im Jahr 2012 kam die Weltgesundheitsorganisation WHO zu dem Schluß: „Luftverschmutzung ist heute das größte ökologische Risiko für die Gesundheit.” Erkrankunge der Atemwege sind nur eine Folge, andere sind Schlaganfälle, weitere Herz-Kreislauf-Probleme und psychische Erkrankungen - sogar bei Kindern. Nun haben Mediziner heraus gefunden, dass ein durch Luftverschmutzung belasteter Wohnort das Risiko gravierend steigert, eine Insulinresistenz als Vorstufe von Typ-2-Diabetes zu entwickeln. 

„Ob und wann die Krankheit ausbricht, hängt nicht nur vom Lebenswandel oder den Genen ab, sondern kann auch Verkehrsabgase als Ursache haben“, warnt Prof. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie II am Helmholtz Zentrum München und Leiterin des Forschungsbereichs Epidemiologie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Sie hat Daten von knapp 3.000 Personen in Augsburg ausgewertet. Diese Daten wurden mit den Luftschadstoffkonzentrationen am Wohnort der Studienteilnehmer abgeglichen.  

„Dabei zeigte sich, dass Menschen, die bereits einen gestörten  Glukosestoffwechsel aufweisen, so genannte Prädiabetiker, besonders anfällig für die Einflüsse der Luftverschmutzung sind“, erklärt Dr. Kathrin Wolf, eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen. „Die Marker in ihrem Blut waren in Assoziation mit den Schadstoffen in der Luft besonders signifikant verändert. Luftverschmutzung ist daher gerade für Menschen mit gestörtem Glukosestoffwechsel langfristig ein Risikofaktor für Typ-2-Diabetes.“ 

Das bedeutet nichts anderes, als dass Luftverschmutzung den Zuckerstoffwechsel stören und damit zu einer Diabeteserkrankung führen kann. Ganz überraschend kommt das allerdings nicht. Im Jahr 2013 hat das Helmholtz Zentrum Studienergebnisse vorgelegt, wonach diejenigen Kinder eine Insulinresistenz - also eine Diabetesvorstufe - aufwiesen, die erhöhten Anteilen von Stickstoffdioxid (NO2) und/oder Feinstaub (bis zu einem Durchmesser von 10 µm) in der Luft ausgesetzt waren. Je höher die Luftverschmutzung ausfiel, desto mehr stieg die Häufigkeit der Insulinresistenz: Pro 10,6 µg/m³ zusätzlichem Luftgehalt an NO2 stieg die Häufigkeit der Insulinresistenz um 17 Prozent, pro 6 µg/m³ Feinstaub um 19 Prozent.

Eine Auswertung verschiedener Studien aus den USA im Jahr 2015 ergab einen engen Zusammenhang zwischen der Langzeit-Exposition gegenüber Luftschadstoffen und der Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen. Feinstaubpartikel gelten als Verursacher einer eingeschränkten Endothelfunktion (Funktion der Gefäße), einer erhöhten systemischen Inflammation (Entzündungsneigung), mitochondrialer Dysfunktion (Funktionsstörungen der Zellen) sowie oxidativem Stress (gestörter Stoffwechsel). Alle diese Einschränkungen kennzeichnen Diabetes Typ 2.

An der neuen Studie beunruhigt vor allem, dass die angetroffenen Luftschadstoffkonzentrationen zwar unterhalb der EU-Grenzwerte lagen, aber über den von der WHO vorgeschlagenen Richtlinien. Deshalb fordern die Wissenschaftler/innen eine Senkung der Luftschadstoffgrenzen. Dass die EU-Grenzwerte viel zu hoch liegen und außerdem nicht wirklich eingehalten werden, kritisiert nicht allein das Umweltbundesamt.

Dass die EU und die einzelnen Mitgliedsländer aufgerufen sind, mehr zu tun, machen Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deutlich: Durch die Luftverschmutzung im Freien (die in geschlossenen Räumen z.B. durch Passiv-Rauchen und Strahlung ist dabei nicht mit berücksichtigt) sind im Jahr 2010 weltweit etwa 3 Millionen Menschen frühzeitig gestorben. Laut OECD werden es Im Jahr 2060 schon zwischen sechs und neun Millionen Toten sein.

08.09.2016/ Quelle: Diabetes

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