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Magenbypass: Lässt einen abnehmen, aber….

Eigentlich heißt die landläufig Magenbybass genannte Verkleinerung des Magens Roux-en-Y-Magenbypass. Der chirurgische Eingriff hilft durchaus, ein hohes Übergewicht zu reduzieren. Und er kann auch dabei helfen, die Blutzuckerwerte von-Typ-2-Diabetes-Patienten langfristig zu senken. Eine Studie hat aber heraus gefunden, dass es viele Komplikationen gibt.

Beim Roux-en-Y-Magenbypass wird der Magen so abgeklemmt, dass nur noch ein kleiner Restmagen übrig bleibt. In den bekommen die meist fettleibigen Patienten nur noch kleine Mengen feste Nahrung unter, so dass sie nur noch wenig essen können. Zusätzlich wird der Teil des Darmes, in dem die Nährstoffe entzogen werden, durch Schlingen so verkürzt, dass ein großer Teil - man spricht bis zu 40% der aufgenommenen Fettes - unverdaut wieder ausgeschieden wird.

Die Behandlungsmethode scheint zu funktionieren. In einer Studie wurden 120 Patienten mit einem BMI zwischen 30 und 39,9 behandelt, die seit mindestens sechs Monaten auch einen Diabetes hatten. Alle Patienten erhielten ausführlich Informationen zu einem gesunden Lebensstil mit Bewegungsprogramm und einer Abnehmdiät, sowie ihre Diabetes- und Bluthochdruck-Medikamente. Die Hälfte dieser Patienten wurden zusätzlich der Roux-en-Y-Magenbypass-Operation unterzogen.

Nach zwölf Monaten stellte sich heraus, dass beide Gruppen Erfolge zu berichten hatten. Aber die in der Gruppe mit dem Magenbypass waren beeindruckender. So hatten die Patienten, die Training und Ernährung kontrolliert hatten, im Schnitt 7,9% an Gewicht verloren. In der Magenbypass-Gruppe waren sogar 26,1%. In beiden Gruppen hatten Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck gebessert, wobei die vorgegebenen Zielwerte in der Trainings- und Ernährungsgruppe von 19% und in der Magenbypass-Gruppe von 49% tatsächlich erreicht wurde. Die operierten Patienten mussten anschließend auch weniger Medikamente - im Durchschnitt drei - einnehmen.

Was allerdings die Freude über diesen schönen Erfolg schmälerte, war die Tatsache, dass bei den Magenbypässen enormen Komplikationen auftraten. Es gab insgesamt 22 schwere negative Auswirkungen, wobei vier Komplikationen noch während der Operation und sechs nach dem Eingriff auftraten. Im Vergleich mit der Gruppe mit der Lebensstiländerung hatten die Magenbypass-Patienten 50% ernste und 55% weniger ernsthafte Komplikationen.

Es zeigte sich aber auch, dass die Veränderung der Darmtätigkeit vom Körper nicht einfach weggesteckt wird. Denn 13 Patienten litten danach an Eisenmangel, 11 an Vitaminmangel und 4 an Hypalbuminämie, also zu wenig Albumin im Blut, was zu Ödemen führen kann. Die Wissenschaftler bewerten die hohe Rate der Komplikationen so: Eine Roux-en-Y-Magenbypass-Operation sei offenbar noch längst nicht Standard. Sie bezweifeln deshalb auch, dass sie für jeden geeignet ist.  
 
Berliner Ärzteblatt 07.06.2013/ Quelle: JAMA. 2013
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