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Cholesterinsenker erhöhen Risiko für Diabetes

Statine sind Arzneimittel, die den Cholesterinspiegel im Blut senken. Und ein hoher Cholesterinspiegel entsteht, wenn der Fettstoffwechsel des Körpers gestört ist. Diese Medikamente haben aber Nebenwirkungen. Jetzt muss davor gewarnt werden, dass Statine den Blutzucker und damit das Risiko für eine Diabeteserkrankung erhöhen können.

Angeordnet hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass die Produktinformationen für Arzneimittel mit den Wirkstoffen Atorvastatin, Fluvastatin Lovastatin Pravastatin, Simvastatin, Pitavastatin oder Rosuvastatin ergänzt werden: Und zwar mit einem Hinweis, der auf das Risiko einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels und der Entstehung einer Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus) als möglichem Klasseneffekt der Statine aufmerksam macht.

Dass die Cholesterinsenker das Diabetesrisiko erhöhen können, hatte Ärzte überrascht. Denn eigentlich sollte ein geringerer Cholesterinwert vor Diabetes schützen. Dem ist aber anscheinend nicht so. Verschiedene Studien ganz haben unterschiedliche Risiken gezeigt: Bei einer erhöhte sich das Diabetesrisiko um 9%, bei einer anderen war das Risiko angeblich so gering, dass Experten keine Konsequenzen für eine cholesterinsenkende Therapie sahen. Andere Ärzte halten dem möglich Diabetesrisiko entgegen, dass eine Senkung des Cholesterinwertes um 1mmol/l vor durchschnittlich 5,4 Herzinfarkten je 250 Patienten schützt.

Den Ausschlag für den jetzt zu erfolgenden Warnhinweis hat jetzt wohl eine Studie (NEJM 2008; 359: 2195-2207) gegeben, in der bei eine Statintherapie eine Neuererkrankungsrate an Diabetes von 27% ermittelt wurde. Und eine weitere Auswertung (Archives of Internal Medicine 2012; 172: 144-152) hatte gezeigt, dass Frauen in den Wechseljahren bei einer Therapie mit Statinen um bis zu 71% öfter an Diabetes neu erkranken.

Fachleute betonen zwar immer wieder, dass Statine ganz sichere Medikamente sind. Doch so ganz ohne sind sie auch nicht. Denn neben der Erhöhung des Diabetesrisiko haben sie noch andere, nicht ganz unerhebliche Nebenwirkungen: Sie steigern das Risiko für Speiseröhrenkrebs, Grauen Star, Muskelschwäche, Leber- und Nierenversagen. Inzwischen raten viele Ärzte dazu, diese Medikamente vorsichtig zu verschreiben und sorgfältig zu dosieren. Insbesondere bei älteren Menschen scheint eine Statintherapie wenig ratsam, weil gerade bei über 60jährigen das Diabetesrisiko besonders erhöht war.

Berliner Ärzteblatt 13.09.2012/ Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bescheid vom 21.8.2012

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