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Virusinfektionen lösen Typ-1-Diabetes nicht aus

Die Zahl der Kinder, die an Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkranken, nimmt auch bei uns ständig stärker zu. Als mögliche Ursachen dafür nennen Mediziner vor allem Umwelteinflüsse. Eine Annahme lautet, dass Virusinfektionen ein Grund eines sich rapide entwickelnden Typ-1-Diabetes im Kindesalter sind. Doch neueste Forschungsergebnisse belegen jetzt, dass das mit großer Wahrscheinlichkeit eine Falschannahme ist.

Warum Virusinfektionen als ein potentieller Auslöser der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes gehandelt werden, begründen Mediziner so: Die Viren lösen eine Zerstörung der Insulin-bildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse aus. In der Folge entwickelt sich dann innerhalb weniger Monate, in manchen Fällen jedoch auch schleichend über Jahre hinweg, die Typ-1-Diabeteserkrankung.



In der Studie wurden zwischen 2004 und 2010 von insgesamt 420.000 Babys 21.589 Säuglinge  mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes gefunden. Bei den 8.677 Kinder, die dann an den Untersuchungen teilnahmen, wurden bis zum Alter von 15 Jahren neben regelmäßigen Blutabnahmen zur Untersuchung von Autoantikörpern und weiteren serologischen Markern auch kontinuierlich detaillierte Daten zu Erkrankungen, Infektionen, Ernährung, psychosozialen Faktoren und Entwicklung gesammelt.


Über den Beobachtungszeitraum bis Juli 2011 entwickelten 355 Kinder Diabetes-typische Autoantikörper, bei 86 davon entstand ein Typ-1-Diabetes. In 24 Fällen handelte es sich dabei um eine besonders fulminate Verlaufsform mit einem Krankheitsausbruch innerhalb von 6 Monaten nach Autoantikörperentstehung. Die Wissenschaftler fanden aber nur bei einem Kind höhere Virusspuren in der Blutprobe. Bei den übrigen Kindern wurden keinerlei Unterschiede zu Kontrollproben gesunder Kinder gleichen Alters fest gestellt.


Dass damit der Zusammenhang zwischen einer Virusinfektion und Typ-1-Diabetes unwahrscheinlich ist, betont Professor Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum München (HMGU): „Unsere Ergebnisse schließen die Möglichkeit für ein ursächliches Virus, mit dem Kinder sich vor dem 6. Lebensmonat infizieren, nicht aus. Allerdings stellen die Resultate Viren als Auslöser momentan in Frage. Die Studie belegt, dass zum Zeitpunkt der Entwicklung der Autoimmunität keine viralen Auslöser vorhanden sind.“ 



Etwas Interessantes haben die Ärzte aus den Daten entnehmen können. Kinder mit Diabetes haben weniger häufig und weniger heftige Fieberanfälle. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Fieber "ein Kennzeichen einer kompetenteren Immunabwehr und Viruselimination in gesunden Kindern" darstellt, erklärt Ziegler.

Berliner Ärzteblatt 10.05.2013/ Quelle: Diabetologia
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