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Bisphenol A: Selbst kleine Dosen beeinträchtigen die Zeugungsfähigkeit

Ob Bisphenol A (BPA) nun die Gesundheit schädigt oder nicht, wird von unterschiedlichen Stellen ganz unterschiedlich beantwortet. Das liegt vor allem daran, dass Ergebnisse medizinischer Studien unterschiedlich bewertet werden. Umstritten ist vor allem, ob BPA schon in niedrigen Dosen Gefahren birgt, die die Zeugungsfähigkeit des Menschen beeinträchtigen. Eine neue Studie zeigt nun, dass dieser gesundheitsschädigende Effekt besteht.

Eigentlich soll die EFSA (European Food Safety Authority = Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) ja dem Verbraucherschutz dienen. Eigentlich soll sie Risiken bewerten und darauf hinweisen. Dazu soll sie eng mit nationalen Behörden und "betroffenen Interessengruppen" zusammenarbeiten, sagt sie selbst. Vielleicht ist auch das eines der Probleme, warum die EFSA gerade in Bezug auf BPA so zögerlich agiert. Zwar bewertet die EFSA seit Februar 2012 die "für den Menschen bestehenden Risiken im Zusammenhang mit der BPA-Exposition über die Ernährung" neu.

Derartige Neubewertungen und Aktualisierungen hat es schon einige gegeben. Bisher hat die EFSA aber ihre Einschätzung nicht geändert, dass der festgesetzte TDI-Wert von 0,05 Milligramm (kg Körpergewicht/Tag richtig ist und im übrigen sowohl von Neugeborenen wie Erwachsenen nicht erreicht wird.

Die EFSA betont auch immer wieder, dass BPA vom Körper rasch verstoffwechselt und ausgeschieden werde. Deshalb bestehe keine Gefahr. Studien, die eigentlich das Gegenteil sagen, weist das Sachverständigengremium in schöner regelmäßig als wenig aussagekräftig und mit methodischen Mängeln behaftet zurück.

Ob die neue Studie das ändern wird, ist mehr als fraglich. Denn diese wurde nicht nur an menschlichen Zellen sondern auch an Mäusen und Ratten vorgenommen. Ein Umstand, den die EFSA schon in anderen Fällen als fraglich abqualifiziert hat, weil Erkenntnisse bei Tieren nicht auf Menschen übertragbar sei. Erstaunlich: In anderen Fällen, in denen ebenfalls Dinge untersucht werden, die am Menschen aus ethisch-moralischen Gründen nur schwer zu untersuchen sind, werden derartige Analogien durchaus zugelassen.

Die Laborversuche zeigten, das embryonale Hodenzellen, die BPA ausgesetzt wurden, die Produktion von Testosteron reduzierten. Dabei reichten bereits 0,02 Milligramm BPA aus, um diesen Effekt zu erzielen. Weil Testosteron bei Ungeborenen die Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane und die spätere Zeugungsfähigkeit beeinflusst, warnen die Wissenschaftler davor, dass schwangere Frauen dieser Chemikalie ausgesetzt werden. Sie gehen davon aus, dass BPA ein Grund für Missbildungen von männlichen Genitalien, einer Verminderung der Zeugungsfähigkeit wegen weniger Spermien sowie dem Anstieg von Hodenkrebs sein könnte.

Berliner Ärzteblatt 24.01.2013/ Quelle: PLoS ONE
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