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Beim Frittieren entstehen gefährliche und gesundheitsschädliche Stoffe, die die Gefahr einer Prostatakrebs-Erkrankung steigern (Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de)
Beim Frittieren entstehen gefährliche und gesundheitsschädliche Stoffe, die die Gefahr einer Prostatakrebs-Erkrankung steigern (Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de)
Frittiertes erhöht Risiko für Prostatakrebs

Schon diese Meldungen haben uns erschreckt: Bei sehr hohen Temperaturen zubereitetes Essen - wie sie beispielsweise beim Grillen und Braten entstehen, kann die Gefahr für eine Krebserkrankung erhöhen. Doch nun kommt die nächste Horrormeldung vor allem für Männer: Wer regelmäßig Frittiertes isst, muss mit einer höheren Gefahr leben, an Prostatakrebs zu erkranken.

Untersucht haben Wissenschaftler rund 3000 Männer im Alter von 35 bis 74 Jahren. Etwa die Hälfte war an Prostatakrebs erkrankt, die andere gesund. Die Auswertung der Daten ergab, dass diejenigen Männer, die mindestens einmal in der Woche Pommes frites, frittiertes Hühnchen, frittiertes Gebäck oder andere frittierte Lebensmittel gegessen hatten, im Vergleich zu denen, die so etwas nicht mehr als einmal im Monat zu sich genommen hatten, ein gesteigertes Risiko für Prostatakrebs entwickelten.

Dabei gab es durchaus - sogar etwas überraschende - Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensmitteln. So fanden die Wissenschaftler keinen Beleg für das gesteigerte Prostatakrebs-Risiko bei Chips. Dagegen erhöhte sich das Risiko beim Verzehr von Pommes ein- oder mehrmals pro Woche um 37%. Bei frittierten Hühnchenteilen erhöhte es sich um 30%, bei frittiertem Fisch um 41% und bei in Fett ausgebackenen Backwaren (z.B. Donut oder Krapfen) um 35%. Außerdem neigte der Prostatakrebs in diese Fällen dazu, aggressivere Formen anzunehmen.

Die Wissenschaftler führen dieses hohe Gefahrenpotential auf die beim Frittieren eingesetzten hohen Temperaturen zurück. Bei diesen Temperaturen würden in dem erhitzten Fett oder Öl krebserregende Stoffe frei, die sich in den Lebensmittel festsetzen könnten. Die Gefährlichkeit dieser Stoffe erhöhe sich noch mit der Länge der Frittierzeit und der Dauer und Häufigkeit der Verwendung des Fettes. So enthält beispielsweise ein 20 Minuten lang frittiertes Stück Hühnerbrust etwas neunmal so viele sogenannte AGEs (Advanced Glycation Endproducts) wie ein für eine Stunde gekochtes Stück.

AGEs werden für chronische Entzündugsprozesse und oxidativen Stress verantwortlich gemacht. Sie entstehen beim Erhitzen von Eiweißen und Zucker auf über 120 Grad Celsius. Zu den dabei sich bildenden krebserregenden Stoffen zählt u.a. das Acrylamide (vor allem in Kartoffelprodukten), Heterozyklische Amine (HCA), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH), Aldehyde und Acrolein. Die Wissenschaftler warnen, dass frittierte Speisen meist in Schnellrestaurants oder Gaststätten verzehrt werden. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Fast Food generell das Risiko für Prostatakrebs erhöht.

Berliner Ärzteblatt 30.01.2013/ Quelle: The Prostate

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