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Frau mit Apfel
Immer zu gesund essen: Die Ernährung wird zur Ideologie (Foto: DAK/Hanuschke +Schneider)
Wenn gesundes Essen krank macht

Kann gesundes Essen ungesund sein? Anscheinend ja. Ernährungsexperten wie Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Universität Jena und Psychologen beobachten eine neue Form der Essstörung, die so genannte Orthorexie.

Menschen, die sich zwanghaft mit gesundem Essen beschäftigen, verbringen viel Zeit mit der Planung ihrer Mahlzeiten, sie berechnen Nährwerte, Mineralstoffe und Vitamingehalte der jeweiligen Lebensmittel. Im Leben der Orthorethiker dreht sich alles ums Essen: Die gesunde Ernährung wird zur Ideologie. Dabei spielt nicht so sehr die Menge, sondern vielmehr die vermutete Qualität der Nahrung eine Rolle. Betroffen sind überwiegend Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Sie entwickeln spezifische Essgewohnheiten und legen sich selbst Ernährungsregeln auf. So werden Lebensmittel in „gute“ = gesunde und „schlechte“ = ungesunde eingeteilt. Schritt für Schritt werden die vermeintlich ungesunden Produkte aus dem Kostplan gestrichen. Durch diese Verbote und die extreme Fixierung auf gesunde Nahrung verlieren die Betroffenen die Fähigkeit des lustvollen Genusses von Mahlzeiten.

Oft leben sie sozial isoliert, da ein gemeinsames Essen mit Freunden kaum noch möglich ist. Orthoretiker steigern durch das äußerst disziplinierte Essen ihr Selbstwertgefühl, sie fühlen sich anderen, normal essenden Menschen überlegen. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass sie sich schuldig und schlecht fühlen, sobald sie den strikten Ernährungsplan nicht eingehalten haben. Dies wird dann durch Fasten und Abstinenz ausgeglichen.

Auslöser dieser Symptomatik können Reduktions- oder Allergiediäten sein. Als langfristige Folgen der Orthorexie sind neben einem niedrigen Körpergewicht und sozialer Isolation Mangelernährung sowie das Ausbleiben der Menstruation bekannt. Diese zwanghafte Form der Ernährung kann sich unter Umständen auch zur Magersucht entwickeln.

Verhaltenstherapien vermitteln Orthoretikern einen neuen Zugang zum Essen. Gemeinsam loten Therapeut und Betroffener den schmalen Grad zwischen einer gesunden Ernährung und dem zwanghaften Gesundessen aus. Dabei ist wichtig, dass kein Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen wird, also alle Lebensmittel in Maßen erlaubt sind. Ziel der Therapie ist es wieder Spaß am Essen zu haben und sich lustvoll an den Genüssen aus Lukullus Garten zu laben.

Der Name leitet sich vom Griechischen „orthos“ = richtig und „orexis“ = Appetit ab. Damit ist eine extreme Beschäftigung mit gesundem, „richtigem“ Essen gemeint. Bislang liegen nur wenige wissenschaftliche Daten über Orthorexie vor, es fehlt sowohl eine präzise Definition, also auch eine systhematische Beschreibung. Der Begriff wurde 1997 von Steven Bratmann geprägt. In der Fachsprache heißt diese neue Form der Essstörung „Orthorexia nervosa“.

WANC 10.03.06/dgk

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