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Kokain: Nicht verharmlosen
Kokain: Lebensbedrohliche Schäden am Herzen

Kokain ist gefährlicher als viele glauben. Bereits der einmalige Gebrauch kann einen Herzinfarkt auslösen. Die Deutsche Herzstiftung warnt deshalb davor, die Einnahme dieser Droge zu verharmlosen oder als Kavaliersdelikt herunterzuspielen.

Mehrere hunderttausend Menschen zählen in Deutschland zum Kreis der Kokain-Konsumenten. Betroffen sind nicht nur vermeintliche Randgruppen, sondern auch Manager, Künstler oder Prominente aus Sport- und Fernsehwelt. Es gilt als schick, zu koksen. Deshalb kann der Eindruck entstehen, Kokain sei harmlos. Kokain ist eine äußerst gefährliche Droge, die nicht nur in kürzester Zeit zur Abhängigkeit führen, sondern auch lebensbedrohliche Schäden am Herzen verursachen kann. So geschehen bei der 18-jährigen Sabine B., die nach Konsum von Kokain einen schweren Herzanfall erlitten hat. Auch die Ärzte haben bei der sehr jungen Frau nicht gleich daran gedacht, dass die Brustschmerzen bei ihr durch einen Herzinfarkt verursacht wurden.

Nach Schätzung von Drogenexperten erleiden rund sechs Prozent der Kokainkonsumenten einen Herzinfarkt und 30 Prozent einen so genannten Angina pectoris-Anfall (starke Brustenge), bei dem es zu einem gefährlichen Blutmangel des Herzmuskels kommt. Verantwortlich für die Herzschäden sind wahrscheinlich mehrere Effekte. Unter Kokain steigen die Herzschlagfolge und der Blutdruck stark an. Dadurch wird der Sauerstoffbedarf des Herzens erhöht. Zugleich kann Kokain Verkrampfungen der Herzkranzgefäße auslösen und die Blutgerinnung aktivieren. Der durch die Droge erhöhte Sauerstoffbedarf kann deshalb nicht mehr gedeckt werden. So kommt es zum Herzinfarkt.

"Besonders fatal dabei ist, dass bereits der einmalige Gebrauch einen Herzinfarkt verursachen kann", warnt Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Herzinfarkte bei jungen Menschen sind besonders bedrohlich. Nach US-amerikanischen Studien sind ein Viertel der Herzinfarkte bei jungen Menschen (18 bis 45 Jahre) auf Kokain zurückzuführen. Inwieweit die Angaben auf Deutschland übertragbar sind, lässt sich nur schwer abschätzen. Zu befürchten ist aber, dass auch hierzulande ähnlich hohe Quoten erreicht sind oder in Zukunft erreicht werden. Professor Becker hält die Zahlen für alarmierend und fordert mehr Aufklärung der Öffentlichkeit über die fatalen Folgen des Kokainkonsums.

WANC 21.05.04

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