Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: Stock photo
Die Innere Uhr beeinflusst nicht nur das Schlafverhalten, sondern auch zahlreiche andere Körperfunktionen (Foto: Stock photo)
Die Innere Uhr: Großer Einfluß auf die Gesundheit

Ja, es gibt sie wirklich – die innere Uhr. Und sie beeinflusst unser Leben mehr, als wir uns das oft vorstellen können. So wirkt sie sich nicht nur auf das Schlafverhalten aus, sondern auch auf zahlreiche andere Körperfunktionen. Und weil sie so einen großen Einfluß auf uns hat, können Störungen auch schwere Erkrankungen auslösen.  

Die Innere Uhr ist eine Ansammlung von Zellen am Boden des Großhirns – genau an der Stelle, wo sich beide Sehnerven kreuzen. Der Ort ist nicht zufällig, denn der sogenannte Nucleus suprachiasmaticus erhält Signale aus beiden Augen. Die Signale gehen von speziellen Sinneszellen aus, die 1991 von einer Arbeitsgruppe um Professor Russel Foster entdeckt wurden. Er leitet heute das Nuffield Laboratory of Ophthalmology an der Universität Oxford und hat sich auf die Erforschung der Chronobiologie spezialisiert.

Gene sind die Taktgeber in den 20.000 Zellen des Nucleus suprachiasmaticus, und ihre Bedeutung zeigt sich bei Menschen mit seltenen Gendefekten. Der Austausch eines einzelnen Basenpaares im Erbgut hatte in einer amerikanischen Familie zur Folge, dass die Betroffenen abends spätestens um halb acht ins Bett mussten, dafür aber morgens um halb fünf hellwach waren. Und wenn ein Schlaganfall die Innere Uhr vollständig zerstört, hat dies laut Foster nicht nur Schlafstörungen zur Folge. Auch die normalen tageszeitlichen Schwankungen von Blutdruck, Körpertemperatur und Hormonhaushalt entfallen.  

Fast jede Körperfunktion und viele Aspekte des menschlichen Verhaltens werden von der Inneren Uhr beeinflusst, schreibt Foster. Und wehe, wenn die Innere Uhr absichtlich verstellt wird: Menschen, die dauerhaft nachts arbeiten müssen, leiden unter vielfältigen Beschwerden. Sie sind unkonzentrierter, machen häufiger Fehler, gehen unnötige Risiken ein, und sie sind häufiger krank. Schichtarbeiter haben ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko, sie erleiden achtfach häufiger Magengeschwüre, und auch einige Krebserkrankungen treten bei ihnen vermehrt auf.  

Außerdem leiden Schichtarbeiter dem Experten zufolge unter einem permanenten Jet-Lag, an den sie sich anders als nach Flugreisen über Zeitzonen niemals gewöhnen. Denn das Tageslicht, das die Innere Uhr jeden Tag neu einstellt, ist selbst in Nordeuropa 500- bis 1000-mal stärker als jede künstliche Beleuchtung. Viele Menschen versuchen den Schlaf-Wach-Rhythmus zu beeinflussen, was durch Kaffee, Alkohol und Nikotin begrenzt möglich ist. Nicht zufällig nehmen Schichtarbeiter häufiger diese Stimulanzien, um wach zu bleiben. Um besser einschlafen zu können, greifen sie zu alkoholischen Getränken, die aber die Schlafqualität verschlechtern. Die Folge ist Müdigkeit am nächsten Tag. Auch Nikotin verkürzt die Schlafdauer und verschlechtert die Qualität des Schlafs.  

Ein idealer Wachhalter wurde laut Foster bisher nicht gefunden, auch wenn viele Chronobiologen danach suchen. Besonders experimentierfreudig zeigt sich das Militär. Die US-amerikanische Luftwaffe bereitet ihre Kampfpiloten durch Amphetamine auf den Einsatz vor, berichtet der Experte: Die Nebenwirkungen sind Unruhe, Reizbarkeit, Übelkeit und Impotenz. Französische Fremdenlegionäre würden mit dem neueren Wirkstoff Modafinil wach gehalten, dessen Risiken noch nicht restlos erforscht seien. In vielen Bereichen, so Foster, steht die Chronobiologie noch am Anfang. Selbst die Frage, warum wir überhaupt schlafen, sei letztlich noch nicht geklärt.  

WANC 22.12.10, Quelle: R. G. Foster: A sense of time: body clocks, sleep and health. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2010; 135(51/52): S. 2601-2608

Körperuhr defekt: Mehr Gewicht und häufiger Diabetes

Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus begünstigt Alkoholismus

Innere Uhr gegen Cellulite und Fettpölsterchen

Fragen und Antworten zu verschiedenen Gesundheitsthemen
Welche Obstsorte hat den größten Einfluss auf den Blutzucker?

Wann treten Hitzewallungen in den Wechseljahren am häufigsten auf?

Warum verursachen die Schmerzmittel ASS, Diclofenac und Ibuprofen manchmal Magenprobleme?

Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Wie beginnt eine Schizophrenie?

Überblick aller Fragen und Antworten

 
Seite versenden  
Seite drucken