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Hypochonder: Leiden tatsächlich (Foto: DAK/Wigger)
Lauter eingebildete Kranke? Hypochonder leiden

Ist Deutschland ein Volk der eingebildeten Kranken? Immerhin leiden acht bis zehn Prozent unter dem Phänomen der Hypochondrie. Sie fürchten eine schleichende Krankheit zu haben, besuchen ständig den Arzt und holen sich dauernd Medikamente aus der Apotheke. Und doch leiden sie.

Deutschland ist weltweit Spitzenreiter bei Arztbesuchen und in der Apotheken-Dichte. Für viele ist dies die Folge einer verfehlten Gesundheitspolitik. Psychosomatiker wie Universitätsdozent Dr. Gernot Langs, Bad Bramstedt, haben eine weitere Erklärung. Für sie ist Deutschland auch das Land der "eingebildeten Kranken". Bundesweit acht bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Hypochondrie, behauptet Langs.

Menschen mit Hypochondrie leben über Monate und Jahre in der Sorge, möglicherweise an einer schleichenden Erkrankung wie Krebs, Multipler Sklerose oder anderem zu leiden. Häufige Arztbesuche und der gute Umsatz des Apothekers seien die Folge eines "Checking Behavior" dieser Menschen, ihrer ständigen Suche nach einer Erklärung für ihre Beschwerden. Diese mögen leichter Natur sein. "Dennoch leiden viele Hypochondrie-Patienten weitaus mehr als mancher körperlich Kranke", erklärt Dr. Langs.

Der Experte rät den Ärzten die Beschwerden ernst zu nehmen. Nicht als Zeichen einer körperlichen Erkrankung, sondern als Folge eines psychischen Leidenswegs, der häufig in der Kindheit beginnt. "Viele Hypochonder sind überbehütet worden. Andere haben schwere Krankheiten erlebt oder den Verlust von Angehörigen nicht verkraftet", so Dr. Langs. Die Folge ist in der Terminologie der Psychologen eine "dysfunktionale Kognition", zu Deutsch etwa der Irrglauben, nur dann körperlich gesund zu sein, wenn sie frei von jeglichen Beschwerden sind.

Die Therapie besteht laut Dr. Langs zunächst nicht etwa in dem Verbot von Arztbesuchen: Die Ärzte sollten den Betroffenen zeitlich begrenzt Termine verschreiben. Diese müssten Arzt und Patient einhalten. Rufe der Patient zwischendurch an, könne der Arzt darauf verweisen. Allmählich müsse der Arzt "alternative Erklärungsmodelle" für die Beschwerden anbieten. Später werde ein gezielter Umgang mit der Angst eingeübt. Die Therapie sei sehr langwierig: "Denn was ein Leben lang gelebt wurde, lässt sich nicht mühelos beiseite schieben", meint Langs.

WANC 26.08.04
Quelle. H. Kaulen: Hypochondrie: eine verkannte Epidemie?
Deutsche Medizinische Wochenschrift 2004; 129 (34/35): 1785

Psychosoziale Gesundheit

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