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Epilepsie - für Betroffene fühlt sich das an, als ob Blitze im Gehirn zucken (Foto: Stock photo)
Epilepsie: Blitze im Gehirn

Bei der Epilepsie entladen sich die Nevenzellen im Gehirn – vergleichbar mit den Blitzen eines Gewitters. Über die Gründe für epileptische Anfälle weiß man bisher wenig. Forscher versuchen inzwischen heraus zu finden, was im Gehirn während dieser Anfälle passiert, indem sie die Aktivitäten der unterschiedlichen Hirnregionen überwachen. Mittlerweile erkennt man, dass erstaunlicherweise ganz wenig passiert. Die Lokalisierung der Hirnareale, die für die Epilepsie verantwortlich sind, hilft zudem bei der Behandlung einer Epilepsieform, die medikamentenresistent ist: Hier kann nun eine Operation Heilung bringen.

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Patienten unter epileptischen Anfällen leiden. Diese Anfälle entstehen durch Störungen im Gehirn, die auf eine kurz andauernde vermehrte Entladung von Nervenzellen zurückzuführen sind. Sie können sich durch Krämpfe, Bewusstlosigkeit oder sogar Halluzinationen äußern. Betroffen sind etwa 0,5-1% der Bevölkerung in Europa und den USA.

In der Epilepsieforschung ist aber immer noch wenig darüber bekannt, wie und warum es zu epileptischen Anfällen kommt. Forscher der Universität Bonn, Universitätsklinik für Epileptologie, haben untersucht, wie Hirnregionen bei Epilepsiepatienten miteinander kommunizieren und wie sich diese Kommunikation bei einem Anfall verändert. Dazu haben sie die Hirnaktivität mit Elektroden im Schädel gemessen. Das Besondere an der Studie: Die Wissenschaftler haben nicht nur, wie bislang üblich, wenige Minuten während des Anfalls gemessen, sondern über mindestens zwei Tage, im längsten Fall sogar über zehn Tage. Die Patienten verhielten sich während der Untersuchung wie in ihrem normalen Alltag auch: Sie schauten fern, lasen oder telefonierten. Insgesamt wurden 13 Patienten untersucht.

Mit Hilfe von Netzwerkanalysen – also wie sich Aktivitätsänderungen in einer Region des Gehirns auf die Aktivität anderer Regionen auswirkten - hoffen die Forscher in Zukunft, Anfälle besser vorher zu sehen. „Man sollte meinen, dass man mit diesen Methoden Vorboten für Anfälle im Gehirn sieht. Aber das ist bislang nicht der Fall“, erklärt die Leiterin der Untersuchung Marie-Therese Kuhnert.

Tagsüber ist die Kopplung verschiedener Regionen im Gehirn gering, nachts arbeiten sie eher im Gleichklang. Veränderungen der Kommunikation zwischen den Hirnregionen waren durch den Tag-Nacht-Wechsel oder auch durch Medikamente viel deutlicher als vor oder sogar während epileptischer Anfälle. „Wir müssen nun die 'normalen' Phasen zwischen den Anfällen besser verstehen", betont Kuhnert. "Wir wollen aber auch die Analysemethoden weiter verbessern, um mögliche Veränderungen vor einem epileptischen Anfall besser zu erkennen.“

Derweil haben Forscher des Krankenhauses Frédéric Joliot in Orsay (Ile-de-France) und des Sainte-Anne Krankenhauses in Paris haben eine Diagnosemethode entwickelt, die es ermöglicht, genau die Hirnareale einzugrenzen, die für epileptische Anfälle verantwortlich sind. Das ist für alle die Patienten wichtig, die unter einer sogenannten partiellen Epilepsie leiden – etwa 60% aller Epilepsiepatienten, von denen 20-50% medikamentenresistent sind.

Die einzig mögliche Behandlung dieser Patienten ist der chirurgische Eingriff. Jedoch hängt der Erfolg dieser Operation von der Genauigkeit der Eingrenzung des Hirnareals ab, der für die epileptischen Anfälle verantwortlich ist. Die neue Diagnosemethode beruht auf der Verbindung von Echoenzephalographie und Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Die PET-Untersuchung wird mit Fluor-Deoxyglucose durchgeführt, die einen geringen Glukosestoffwechsel in den Regionen nachweisen kann, die für die epileptischen Anfälle verantwortlich sind.

Im Rahmen einer Studie werteten die Forscher die Ergebnisse der präoperativen Hirn-Tomographie von mehr als tausend Patienten aus. Diese neue Methode konnte bereits bei Operationen von Jungendlichen und Kindern getestet werden, die unter einer schweren Form der Epilepsie litten und für die keine therapeutische Lösung zur Verfügung stand. In 90% der Fälle führte die Operation zur Heilung.
www.epilepsie-online.de
„Wenn Blitze im Gehirn zucken......so beschreiben viele Menschen mit Epilepsie ihre Anfälle.“ Beschreibung und Illustration von der Website www.epilepsie-online.de

WANC 27.01.11, Quelle: Long-term variability of global statistical properties of epileptic brain networks; Marie-Therese Kuhnert, Christian E. Elger, Klaus Lehnertz; Chaos Band 20, Ausgabe 4 (doi: 10.1063/1.3504998). Guérir les épilepsies pharmacorésistantes par chirurgie grâce au couplage IRM/TEP", Le fil Science&Techno du CEA, Pressemitteilung der CEA - 18.01.2011. www.epilepsie-online.de

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