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ADHS: Training gegen Konzentrationsschwankungen

Konzentrationsprobleme und Tagträumereien der betroffenen Kinder und Jugendlichen zählen zu den wichtigsten Symptomen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Dies ist aber kein Dauerzustand, sondern eher eine Achterbahn: Die Phasen von Konzentration und Unaufmerksamkeit wechseln abrupt. Dagegen lässt sich mit Selbstkontrolle gegensteuern.

Prof. Stephan Bender, Experte für Klinische Neurophysiologie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, sieht in dieser hohen Variabilität den Kern des Problems und zugleich eine mögliche Lösung. Denn auch für unauffällige Kinder ist es gerade zu Beginn der Schulpflicht noch nicht selbstverständlich, sich längere Zeit mental auf ein Thema oder eine Tätigkeit zu konzentrieren. ADHS-Betroffenen jedoch scheint es aufgrund der starken Konzentrationsschwankungen nahezu unmöglich, ihre Aufmerksamkeit so intensiv wie ihre Mitschüler zu bündeln. Ärzte analysieren deshalb bei den ADHS-Betroffenen die Muster der per Elektroenzephalografie (EEG) aufgezeichneten Hirnströme. Ziel ist es, „die mit der Erkrankung einhergehende Variabilität durch gezieltes Training zurückzudrängen und so die unterschiedlichen Phasen von Müdigkeit und Wachheit zu beeinflussen“, erklärt Bender.

Eine Methode, unwillkürlich im Körper ablaufenden Prozessen gegenzusteuern, ist das sogenannte Neurofeedback: Die per EEG registrierten Hirnströme werden mit einem Computer sicht- oder hörbar gemacht. Dies bildet die Grundlage für ein Training, um unerwünschtes Verhalten zu stoppen und erwünschtes zu unterstützen. „Es geht darum, die Selbstkontrolle der ADHS-Patienten zu stärken. Ob das mit dem Neurofeedback in der alltäglichen Praxis gelingt, ist zwar noch eine Vision, erste Ergebnisse sind aber viel versprechend“, betont Bender.

wanc 28.03.2012/ Quelle: 2. Europäisches Symposium. „ADHS – von der Pathophysiologie zur Therapie“
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