Schlaganfall erhöht Risiko für Alzheimer
 

Auf die Frage, wie Alzheimer beim Menschen entsteht, gibt es bis heute keine vollständig erklärende Antwort. Viele Neurologen gehen davon aus, dass die Anfälligkeit für die Krankheit vererbt wird - also in den Genen steckt. Auch sogenannte Prione, das sind giftige Proteine, die das Gehirn schädigen, werden als Auslöser gehandelt. Daneben gibt es Faktoren, wie Bluthochdruck, Schlaganfälle oder Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes) sowie hohe Cholesterinwerte, die die Gefahr einer Erkrankung erhöhen sollen. Eine neue Studie hat jetzt versucht, den Einfluß von kardiovaskulären Risikofaktoren und Schlaganfall auf das Entstehen einer Alzheimer Demenz zu klären.

Das Institut für das Studium der Alzheimererkrankung in New York und verschiedene US-Universitäten (u.a. Washington, Indianapolis, Jacksonville, Dallas, Rochester, Pittsburgh) haben die Daten von 6553 Frauen (62%) und Männern im Durchschnittsalter von 77 Jahren analysiert. Dabei haben sie die Erkrankung mit Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes, einem Herzproblem oder einem Schlaganfall mit dem Entstehen von Alzheimer in Verbindung gebracht. 

Es stellte sich heraus, dass Bluthochdruck das Erkrankungsrisiko von Alzheimer nicht erhöhte sondern senkte, um bis zu 37%. Das Vorliegen von Typ 2 Diabetes oder einem Herzproblem ließ die Erkrankungsgefahr eher steigen. Schlaganfall machte eine nachfolgende Alzheimererkrankung aber um das mehr als Zweifache wahrscheinlicher. 

Hinweise, dass ein Schlaganfall das Auftreten von Alzheimer nach sich ziehen kann, gibt es schon länger. Im Jahr 2004 legte Professor Vladimir Hachinski, Neurologe an der Western-Ontario-Universität in Kanada Erkenntnisse vor, wonach einer von fünf Schlaganfallpatienten im späteren Leben an Alzheimer erkrankt. Am höchsten war das Risiko bei Schlaganfallpatienten, die einen oder mehrere weitere Risikofaktoren wie Typ-II-Diabetes, Bluthochdruck oder eine Herzerkrankung besaßen. Außerdem hat Hachinski festgestellt, dass ältere Patienten, die einen Schlaganfall überstanden hatten, mit einem früheren Beginn der Demenz konfrontiert waren.

Allerdings scheint das Risiko auch andersherum zu gelten. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe präsentierte 2014 Daten aus der Fachzeitschrift Neurology, die zeigen, dass Alzheimer-Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko für Schlaganfälle haben. Das Risiko für ischämische Schlaganfälle - also den Verschluss eines Gefäßes im Gehirn - liegt bei Alzheimer-Erkrankten um 66% höher als bei Menschen mit gleichen Risikofaktoren, die nicht an Alzheimer leiden. Das Risiko für Hirnblutungen ist sogar um 70 % erhöht. So starb die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher an den Folgen eines Schlaganfalls, nachdem sie jahrelang an einer Demenz gelitten hatte.


14.10.2016/ Quelle: JAMA Neuro





Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/home/artikel/diagnose/psyche/alzheimer-schlaganfall-14-10-16.php