Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Besser informiert: Onkologie
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Stress kann Alzheimer auslösen

Warum leide gerade ich unter Morbus Alzheimer? Das fragen sich viele Betroffene und ihre Angehörigen. Denn zu verstehen ist oft nicht, warum der eine erkrankt und der andere nicht. Jetzt legt eine neue Studie nahe, dass akuter Stress oder nagender Kummer bei manchen Betroffenen die ersten Symptome zu begünstigen scheinen.

Bisher sind eine Reihe von Risikofaktoren bekannt, etwa fortgeschrittenes Alter, Bluthochdruck, Diabetes oder ein körperlich und geistig inaktiver Lebensstil. Doch was letztlich die Krankheit auslöst, dass weiß man nicht. Ein argentinisches Forscher/-innen-Team hat jetzt Hinweise auf einen möglichen Krankheitsauslöser gefunden: Stress. Der Wissenschaftler Dr. Edgardo Reich (Buenos Aires) untersuchte 107 Patienten/-innen, bei denen eine mögliche Alzheimer-Erkrankung in leichtem bis mittlerem Stadium diagnostiziert wurde. Das Durchschnittsalter der Patienten/-innen betrug 72 Jahre. Zwischen dieser Diagnose und dem Auftreten der ersten Symptome waren durchschnittlich 2,5 Jahre vergangen. Der Gruppe der Alzheimer-Patienten/-innen wurde eine Kontrollgruppe mit gesunden Studienteilnehmern/-innen gegenübergestellt, die der Alzheimergruppe hinsichtlich Alter, Geschlechterverteilung und Bildungsniveau entsprach. Beide Gruppen – bzw. Familienangehörige oder Pflegepersonen – wurden befragt, ob es in den letzten drei Jahren vor der Diagnose Alzheimer zu besonderen Belastungen gekommen ist.

„Tatsächlich hatten drei von vier Alzheimer-Patienten/-innen (73 Prozent) schwere seelische Belastungen zu verkraften – dreimal so viele wie in der Kontrollgruppe, in der in den letzten drei Jahren nur 24 Prozent Stress, Kummer und Sorgen erlebt hatten“, berichtet Reich. Die meisten Belastungen betrafen den Tod des Partners oder der Partnerin (21 Fälle), den Tod eines Kindes (14 Fälle), Gewalterfahrungen durch tätliche Übergriffe oder Raubüberfälle (20 Fälle) oder Autounfälle, die zwar keine schweren körperlichen, dafür aber seelische Verletzungen hinterlassen haben dürften (zehn Fälle). Belastend und damit krankmachend waren auch finanzielle Probleme, „Pensionsschock“, migrationsbedingte Anpassungen oder die Diagnose einer schweren Erkrankung bei einem Familienmitglied.

„Stress ist nach unseren Ergebnissen wohl ein Trigger für erste Demenz-Symptome," sagt Reich. Gleichwohl glaubt er nicht, dass Stress alleine Demenz auslösen kann. Doch Stress könne einen degenerativen Prozess im Gehirn anstoßen. Wie die Mechanismen dabei funktionieren, weiß Reich aber noch nicht. 

wanc 12.06.2012/ Quelle: Quelle: ENS Abstract P 528: Development of Alzheimer's disease and recent stress events.
Wie äußert sich eine Demenz häufig zu Beginn?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, im Alter an Alzheimer zu erkranken?

Gibt es einen Test, der mein Alzheimer-Risiko vorhersagt?

Wie verläuft eine Demenz oder ein Alzheimer im Endstadium?

Kann sich eine Demenz zurückbilden?

 
Seite versenden  
Seite drucken