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Bestimmte Autoimmunkrankheiten leisten Demenz Vorschub

Autoimmunerkrankungen und das Entzündungsgeschehen im Körper erhöhen das Risiko, an Demenz zu erkranken. Das vermuten Mediziner schon seit einiger Zeit. Jetzt haben Epidemiologen, die untersuchen Verbreitung, Ursachen und Folgen von Krankheiten, herausgefunden, dass diese negative Verbindung tatsächlich besteht. 

Autoimmunkrankheiten entstehen, weil unser Immunsystem verwirrt ist. Sollte das körpereigene Abwehrbollwerk eigentlich krankmachende Eindringlinge erkennen, angreifen und unschädlich machen, sind die Immunzellen bei einer Autoimmunerkrankung falsch „programmiert“. Sie erkennen Gewebe bzw. Organe des Körpers nicht richtig und halten sie für stattdessen für Angreifer. Das bedeutet, dass sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper wendet und dabei Entzündungen entstehen. Dieses selbstzerstörerische Verhalten kann ganze Organe befallen, bei Morbus Crohn z.B. der Darm. Von Autoimmunerkrankungen betroffen können auch Haut (z.B. Schuppenflechte), Gefäße (z.B. Vaskulitis) und Gelenke (z.B. Rheumatoide Arthritis) sein. 

Die Folge von Autoimmunreaktionen kann auch eine Demenz sein. Mediziner der Charité in Berlin haben schon 2012 in einem Experiment heraus gefunden, dass sich das Immunsystem gegen körpereigenen Nervenzellen wendet und dabei ein fortschreitende Demenz verursachen können. 

Englische Wissenschaftler haben jetzt die Daten von über 1,8 Mio. Menschen ausgewertet, die zwischen 1999 und 2012 wegen einer Autoimmunerkrankung ins Krankenhaus eingewiesen worden waren. Insgesamt handelte es sich dabei um 25 unterschiedliche Formen von Autoimmunerkrankungen, darunter z.B. 1019 Patienten mit dem seltenen aber schwerenGoodpasture-Syndrom, bei dem Nieren und Lunge in Mitleidendschaft gezogen werden, oder 316.043 Patienten mit Rheumatoider Arthritis, Zerstörung der Gelenke. 

Insgesamt erkrankten Patienten mit einer Autoimmunkrankheit zu 20% wahrscheinlicher ebenfalls an einer Demenz als Patienten ohne Autoimmunkrankheit. Allerdings unterschied sich das Demenzrisiko stark von der Art der Autoimmunerkrankung. Von den 25 beobachteten Formen zeigten sich 18 als besonders gefährlich. Darunter Morbus Addison (Zerstörung der Nebenliegende) 48% erhöhtem Risiko, Multiple Sklerose mit 97%, Pemphigoid (auf der Haut bilden sich Blasen) mit 53%, Polyarteriitis nodosa  (Entzündung der Blutgefäße) mit 43% und Schmetterlingsflechte (Hauterkrankung) mit 46%. Psoriasis ist mit erhöhten Demenzwahrscheinlichkeit von 29% und Rheumatoide Arthritis von 13% verbunden. Bei Männern lag das Demenzrisiko deutlich höher als bei Frauen. 

Im übrigen steigern Autoimmunkrankheiten nicht nur das Demenzerkrankungsrisiko. Patienten/innen mit einer derartigen Krankheit litten auch unter einer 53% größeren Gefahr, eine koronare Herzerkrankung zu bekommen. Und die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden war um 46% gesteigert. 

cs 6.3.2017/ Quelle: The Journal of Epidemiology & Community Health

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