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Benzodiazepine können das Entstehen von Alzheimer fördern

Benzodiazepine dienen eigentlich dazu, zu beruhigen, Krämpfe zu lösen, Ängste zu hemmen, Schmerzen zu lindern und leichter den Schlaf zu finden. Doch nun stellt sich heraus, dass sich die Liste der üblichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, eingeschränktes Denk- und Reaktionsvermögen sowie schnelle Abhängigkeit, um eine weitere auffüllen lässt: Die Mittel erhöhen die Gefahr, an Alzheimer zu erkranken.


Dass Benzodiazepine die Gehirnleistung beeinträchtigen, liegt in der Natur der Droge. Schon 2012 veröffentlichte das British Medical Journal eine Studie, die den Einfluss auf das Gehirn so weitgehend beschrieb, dass dabei Demenz heraus kommen könne. Damals wurde bei 1063 Frauen und Männern, Durchschnittsalter von 78,2 Jahre, die 15 Jahre lang beobachtet wurden. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die während dieser Zeit Benzodiazepine eingenommen hatten zu 32% an einer Demenz erkrankten, diejenigen, die keine derartigen Mittel geschluckt hatten, nur zu 23%. Es stellte sich auch heraus, dass mit zunehmender Dauer der Einnahme die Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung zunahm.

In der neuen Studie wurden 1796 Alzheimer-Patienten mit 7184 gesunden Frauen und Männern verglichen. Die Einnahme von Benzodiazepinen für drei oder mehr Monate erhöhte das Risiko für Alzheimer um bis zu 51%. Je länger die Medikamenten verwendet worden waren, desto höher die Gefahr für eine Alzheimer-Erkrankung. So konnte bei weniger als 91 täglichen Dosen kein Zusammenhang zwischen der Arzneimitteleinnahme und dem Auftreten der Erkrankung gefunden werden. Bei 91 bis 180 tägliche Dosen lag die Risikoerhöhung bei durchschnittlich 32% (zwischen 1% und 74%) und bei über 180 eingenommen täglichen Dosen bei durchschnittlich 84% (zwischen 62% und 108%).

Eine andere Auswertung fand für kurzwirksame Wirkstoffe eine Erhöhung der Alzheimer-Erkrungsgefahr um 42% (zwischen 27% und 61%). Für langwirksame Wirkstoffe wurde ein Risikoerhöhung von durchschnittlich 70% (zwischen 46% und 98%) ermittelt. Deshalb fordert die Studie Ärzte/innen auch auf, die Vor- und Nachteile dieser Medikamente insbesondere beim Einsatz bei älteren Patienten/innen genau abzuwägen.

Zu den meistverordneten Benzodiazepinen gehören Diazepam (z.B. Valium), Lorazepam (z.B. Tavor), Midazolam (z.B. Dormicum), Flunitrazepam (z.B. Rohypnol), Noctazepam (z.B. Mogadan).


Berliner Ärzteblatt 10.09.2014/ Quelle: BMJ

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