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Burnout ist für sich genommen keine Krankheit aber ein Risikozustand für die psychische und physische Gesundheit und muss deshalb sehr ernst genommen und untersucht werden (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)
Burnout ist für sich genommen keine Krankheit aber ein Risikozustand für die psychische und physische Gesundheit und muss deshalb sehr ernst genommen und untersucht werden (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)
Burn-out: Erst richtig diagnostizieren, dann behandeln

Was ein Burn-out genau ist, da tut sich die Wissenschaft mit einer Beschreibung schwer. Die, die darunter leiden, berichten von einem Zustand des körperlichen und geistigen Ausgebranntseins. Sie fühlen sich ständig kraftlos und müde. Doch wo ist die Grenze zu anderen psychischen Erkrankungen, wie Depressionen? Psychotherapeuten raten zu einer genauen Diagnose, damit durch eine Therapie auch die Ursachen beseitigt werden können.

Unlängst hat das Robert Koch Institut (RKI) festgestellt, dass Burn-out - oder genauer das Burn-out-Syndrom - eigentlich gar keine anerkannte Diagnose ist. Doch, so räumt das RKI ein, Burn-out ist eine "versorgungspolitische Realität". Was das bedeutet? Burn-out ist eine Krankheit, unter der Menschen leiden, die aber in der Medizin- und Krankenversicherungs-Welt noch gar nicht richtig eingezogen ist. So gibt es Zahlen, wie viele der Männer und Frauen je nach Alter daran erkranken: Am häufigsten betroffen sind Männer zwischen 30 und 59 Jahren mit 6 - 8% und Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren mit 5 - 6 %.

Noch eines hat das RKI in der Studie DEGS (Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland) ermittelt. Betroffen sind sowohl bei Frauen wie bei Männern Personen mit einem hohen Sozialstatus. Gerade das sieht die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) als ein großes Problem an: "Bei der Berichterstattung in den Medien wird zum Teil eine Krankheits-Definition gefördert, die den Begriff Burnout mit einer Erkrankung der Leistungsträger und der „Starken“ gleichsetzt, den Begriff Depression dagegen mit einer Erkrankung der (anlagebedingt) „Schwachen“ verknüpft. Diese Bewertung trifft nicht zu und bringt zudem die Gefahr einer neuen Stigmatisierung depressiv erkrankter Menschen mit sich."

Auf jeden Fall muss Burn-out behandelt werden, fordert die Gesellschaft. „Burnout ist für sich genommen keine Krankheit aber ein Risikozustand für die psychische und physische Gesundheit und muss deshalb sehr ernst genommen und untersucht werden,“ mahnt Professor Wolfgang Maier, Präsident der DGPPN. Denn länger anhaltende Erschöpfungszustände können das Risiko erhöhen, an einer Depression, Angst- oder Suchtstörung, Tinnitus oder Bluthochdruck zu erkranken. Burnout-ähnliche Beschwerden wie verminderte Leistungsfähigkeit bergen die Gefahr, dass sie andere Erkrankungen verdecken. Maier: "Krankheitssymptome gilt es daher diagnostisch genau abzuklären, um rasch die richtige Therapie und Behandlung der Grunderkrankung zu gewährleisten. So kann Chronifizierung vorgebeugt und den Betroffenen zeitnah die Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglicht werden.“

Nach Ansicht der DGPPN handelt es sich beim Burn-out vor allem um ein Problem der Arbeitswelt. Deshalb sei es zu kurzsichtig, einen stressbelasteten Arbeitnehmer in der Arztpraxis so zu „behandeln“, das widrige Arbeitsbedingungen eine weitere Zeit zu ertragen werden ohne die Ursachen zu beseitigen. Auch die Betrieb und Arbeitgeber müssten bei der Beseitigung der Probleme helfen.

Berliner Ärzteblatt 22.11.2012/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Weitere Informationen:
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